Siemens Healthineers und IBM Deutschland

Neue digitale Plattform soll Vernetzung im Gesundheitssystem fördern

Schnell, einfach, sicher – nach diesem Dreiklang soll eine neue digitale Gesundheitsplattform in Deutschland an den Start gehen.

Matthias WallenfelsVon Matthias Wallenfels Veröffentlicht:
Alle Gesundheitsdaten eines Patienten auf einen Blick – das könnte auch die Versorgung erleichtern.

Alle Gesundheitsdaten eines Patienten auf einen Blick – das könnte auch die Versorgung erleichtern.

© everythingpossible / stock.adobe.com

Erlangen/Ehningen. Siemens Healthineers und IBM Deutschland wollen mit ihrer offenen digitalen Plattform „teamplay digital health platform connect“ die Vernetzung des deutschen Gesundheitssystems vorantreiben und so die Infrastruktur für die Bereitstellung digitaler Dienste ausbauen, wie es am Dienstag im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz hieß.

„Die Plattform ermöglicht die digitale Transformation des Gesundheitswesens und ist die Basis für die Vernetzung der Akteure. Beispielsweise können bestehende und zukünftige digitale Patientenakten insbesondere dann ihren vollen Nutzen entfalten, wenn die Patienteninformationen vollständig und aktuell für alle relevanten und entsprechend Berechtigten verfügbar sind“, verdeutlichte Dr. Christian Kaiser, bei Healthineers Leiter Digital Services Central Western Europe.

Internationale Standards für sicheren Datenaustausch

Die neue Plattform nutzt nach Unternehmensanagebn internationale Standards wie IHE (Integrating the Healthcare Enterprise), um den sicheren Austausch von Patientendaten unter Leistungserbringern zu vereinfachen. Die dafür eingesetzte Technologie nutze Healthineers bereits in der Schweiz (EPD) und Österreich (ELGA) erfolgreich und bringe die dort gewonnene Erfahrung jetzt nach Deutschland.

Sicherheit und Privatsphäre der Patienten hätten bei der Plattform höchste Priorität, heißt es von IBM-Seite. „Mit unseren weltweit mehrfach zertifizierten Services (ISO 27001) im Rechenzentrum Frankfurt sorgen wir dafür, dass nur berechtigte Personen Zugriff auf diese Informationen erhalten,“ so Christian Noll, General Manager, IBM Global Business Services (GBS), DACH.

Die Lösung sei auch für Angebote von Drittanbietern ausgelegt. Diese könnten in der Zukunft neue, innovative Apps und digitale Lösungen auf die Plattform bringen und auf dem Gesundheitsmarkt anbieten.

Healthineers und IBM teilen den Betrieb der teamplay digital health platform connect, wie es heißt, aus Sicherheitsgründen auf zwei in Deutschland befindliche Rechenzentren auf. Dabei betreibe Healthineers das Patientenregister und IBM den Dokumentenindex. Das Patientenregister verwalte Identitäten (demographische Daten wie Namen oder Kontaktdaten) von Patienten, die von den Teilnehmern der Plattform angemeldet wurden.

Grundlage für eine solche Anmeldung sei immer das Einverständnis der betroffenen Person. Die Hauptaufgabe des Patientenregisters bestehe darin, die unterschiedlichen Daten einer Person teilnehmerübergreifend korrekt zu einer Identität zusammenzuführen.

Zweiteilung erhöht die Sicherheit

Dem gegenüber verwalte der Dokumentenindex administrative Angaben zu den Dokumenten, welche die Teilnehmer der Plattform bekannt geben. Auch hier sei die Bereitstellung von neuen Dokumenten nur auf Basis einer gültigen Einwilligungserklärung der betroffenen Person möglich.

Hierbei werden die Dokumente bzw. Daten selbst nicht zentral, sondern bei dem jeweils bereitstellenden Teilnehmer, zum Beispiel dem Krankenhaus, gespeichert. Es werde also keine weitere digitale Aktenlösung etabliert.

Jedes Rechenzentrum sei nach anerkannten Security-Standards abgesichert. Durch die Aufteilung auf zwei Zentren seien selbst im unwahrscheinlichen Fall eines Hackerangriffs nur ein Teil der Daten kompromittiert. Eventuell erbeutete Daten seien ohne das jeweils passende „Gegenstück“ für den Angreifer wertlos.

Mehr zum Thema

Digitalisierung in den Praxen

KVWL-Experte fordert Volltextsuche für die ePA

Das könnte Sie auch interessieren
Wie patientenzentriert ist unser Gesundheitssystem?

© Janssen-Cilag GmbH

Video

Wie patientenzentriert ist unser Gesundheitssystem?

Höhen- oder Sturzflug?

© oatawa / stock.adobe.com

Zukunft Gesundheitswesen

Höhen- oder Sturzflug?

Patientenzentrierte Versorgung dank ePA & Co?

© MQ-Illustrations / stock.adobe.com

Digitalisierung

Patientenzentrierte Versorgung dank ePA & Co?

Verschiedene Gesichter

© Robert Kneschke / stock.adobe.com / generated with AI

Seltene Erkrankungen

GestaltMatcher – Per Gesichtsanalyse zur Orphan Disease-Diagnose

Künstliche Intelligenz gilt auch in der Medizin als Schlüsseltechnologie, mit deren Hilfe zum Beispiel onkologische Erkrankungen stärker personalisiert adressiert werden könnten.

© Kanisorn / stock.adobe.com

EFI-Jahresgutachten 2024 übergeben

KI: Harter Wettbewerb auch in der Medizin

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Jahrestagung Amerikanische Neurologen

Eine Frage der Entropie: Wie Psychedelika bei Depressionen wirken

Großes Reformpuzzle

So will Lauterbach den Krankenhaus-Sektor umbauen

Lesetipps
Ulrike Elsner

© Rolf Schulten

Interview

vdek-Chefin Elsner: „Es werden munter weiter Lasten auf die GKV verlagert!“