Direkt zum Inhaltsbereich

Fusion

Neuer Klinik-Konzern soll christliche Werte in der Versorgung verankern

Die Marienhaus-Gruppe und die Franziskus Stiftung wollen künftig eng zusammenarbeiten. Bei den gemeinnützigen Trägern rücken sie damit auf die Spitzenposition.

Dr. Michael KudernaVon Dr. Michael Kuderna Veröffentlicht:
Das katholische Klinikum Mainz gehört zur Marienhausgruppe.

Das katholische Klinikum Mainz gehört zur Marienhausgruppe.

© Joachim Gies

Waldbreitbach/Münster. Im deutschen Gesundheitsmarkt entsteht ein neues Schwergewicht: Die Marienhaus-Gruppe und die Franziskus Stiftung Münster wollen ihr operatives Geschäft bündeln. Unter den gemeinnützigen Krankenhausträgern wird das gemeinsame Tochter-Unternehmen größenmäßig zur Nummer Eins.

Die beiden Stiftungen unterzeichneten dazu eine Absichtserklärung. Die konkrete Umsetzung soll möglichst noch bis Jahresende erfolgen, erklärte Marienhaus-Pressesprecher Dietmar Bochert der Ärzte Zeitung. Ziele seien neben Kostenvorteilen beim gemeinsamen Einkauf vor allem Effizienzgewinne durch Nutzung komplementärer Kompetenzen.

Gemeinsam könne man die Herausforderungen durch die schnell voranschreitende Digitalisierung und die Vernetzung von stationärer und ambulanter Versorgung besser bewältigen, sagte Bochert.

Ähnlich hohe Mitarbeiterzahl

Dabei kommen den künftigen Partnern zwei Faktoren zugute: die regionale Ergänzung und das gemeinsame Wertefundament. Marienhaus ist mit seinem weiten Spektrum von Kliniken, Seniorenheimen, Hospizen und Einrichtungen im Bildungsbereich sowie bei der Kinder- und Jugendhilfe an über 50 Standorten im Saarland und in Rheinland-Pfalz tätig. Die elf Krankenhäuser mit ihren rund 4300 Betten verteilen sich auf 16 Standorte.

Die St. Franziskus-Stiftung betreibt ihrerseits 15 Krankenhäuser mit etwa 4000 Betten sowie neun Senioren- und Behinderteneinrichtungen – alle in Nordrhein-Westfalen und Bremen. Dazu kommen Beteiligungen an Rehazentren, Pflegediensten und Hospizen. Die Beschäftigtenzahl liegt mit über 14.000 in etwa der gleichen Größenordnung wie bei der Marienhaus-Gruppe mit ihren rund 13.500 Mitarbeitern.

Personalabbau ist nicht geplant

Auch bei den Umsatzerlösen treffen sich zwei Partner auf Augenhöhe: Bei beiden Gruppen liegen sie jeweils zwischen 900 Millionen und einer Milliarde Euro. Da sich die bisherigen Versorgungsbereiche nicht regional überschneiden, zielt das Zusammengehen nach den Worten von Bochert auch nicht auf einen Personalabbau.

In der Absichtserklärung werden die „gemeinsamen franziskanischen Wurzeln“ und eine entsprechende Wertebasis betont. Diese wolle man durch Schaffung eines führenden christlichen Unternehmens „zu einem festen Bestandteil bei der Versorgung der Menschen in Deutschland“ machen.

Beide Stiftungen bleiben bestehen

Die Marienhaus Stiftung war 2011 von den Waldbreitbacher Franziskanerinnen gegründet worden, um ihre seit dem 19. Jahrhundert bestehenden sozialen Aktivitäten unabhängig vom Orden zukunftssicher zu machen.

Die Geschichte der St. Franziskus-Stiftung Münster verlief ähnlich: auch hier brachte eine Ordensgemeinschaft von Franziskanerinnen, die sich vorwiegend in der Krankenpflege engagierten, ihre Krankenhäuser 2004 in die schon kurz vor der Jahrtausendwende gegründete Stiftung ein.

Beide Stiftungen sollen als Eigentümerinnen des neuen Unternehmens bestehen bleiben. Über Namen und juristischen Sitz wird noch verhandelt, doch wollen die künftigen Partner laut Bochert die beiden bisherigen Standorte erhalten.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Logo Digiteneers - Vertidisan

© Digitineers

Digitineers

Bei Schwindel – Vertidisan®: Die Therapie-App

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Logo Cardisio

© Doctolib

Doctolib

Mehr Service: KI-Assistenz rund um die Privatbehandlung

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Angepasste Endpunkte, moderne Studiendesigns und ungelöste Herausforderungen

© metamorworks / Getty Images / iStock

Krebsmedizin auf neuen Wegen

Angepasste Endpunkte, moderne Studiendesigns und ungelöste Herausforderungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pfizer Pharma GmbH, Berlin
Ein Medikament unter vielen, das wenigen hilft? 2400 Wirkstoff-Kandidaten in der EU haben den Orphan-Drug-Status.

© artisteer / Getty Images / iStock

Wirkstoff-Kandidaten mit Orphan-Drug-Status

Orphan Drugs – Risiken für ein Modell

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa)
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Besser als Atemtherapie?

Supragastrisches Aufstoßen lässt sich mit Gesang vertreiben

Lesetipps
Koloskopie, Blick auf den Monitor

© Issara - stock.adobe.com

Anstoß zur Diskussion

Darmkrebs: Ist die koloskopische Überwachung falsch aufgestellt?

Ein Arzt zählt mit den Fingern bis Drei.

© Arnéll Koegelenberg/peopleimages.com/stock.adobe.com

Regionaler Multimorbiditäts-Vergleich

Wo es relativ viele Ü-50-Jährige mit drei oder mehr chronischen Erkrankungen gibt