Kommentar zur MFA-Tarifeinigung

Neuer Tarifvertrag – Zukunftspakt für MFA und Ärzte

Mit dem neuen MFA-Tarifvertrag setzen Ärzte ein Zeichen: Ausbildung und Tätigkeit als MFA in der Praxis sind ein lohnender Weg.

Von Matthias WallenfelsMatthias Wallenfels Veröffentlicht:

Corona-Pandemie, Einnahmeausfälle in den Praxen und gleichzeitig ein Tarifvertrag, der Medizinischen Fachangestellten (MFA) in den Praxen niedergelassener Haus- und Fachärzte zwischen 2021 und 2023 einen Gehaltszuwachs von zwölf Prozent beschert – wie geht das zusammen? Diese Frage wird sich sicher der eine oder andere Vertreter des Gesundheitswesens stellen. Die Antwort ist denkbar einfach: Dieser Zukunftspakt war alternativlos!

Fakt ist: MFA sind das organisatorische Rückgrat einer jeden Arztpraxis – und mitunter auch der Kummerkasten für Patienten, die meinen, ihr Arzt höre ihnen ohnehin nie richtig zu. Fakt ist aber auch, dass immer mehr MFA den Praxen den Rücken kehren und in die Klinik gehen – des schnöden Mammons wegen. Das kann ihnen niemand verübeln. Mit rund 500 Euro brutto monatlich mehr lässt sich der Klinikstress aushalten, es bleibt auf jeden Fall mehr Geld am Ende des Monats übrig als bei der bisherigen Tätigkeit.

Mit der jetzt erzielten Tarifeinigung wird das Gehaltsdelta zur Klinik deutlich kleiner, die Arbeit als MFA in der ambulanten Versorgung attraktiver. So können junge Menschen für eine MFA-Ausbildung in den Praxen begeistert werden – angesichts des Demografiewandels und des Fachkräftemangels eine willkommene Perspektive.

Zudem werden auch die alten „Praxisperlen“ belohnt. Ab dem 29. Berufsjahr gibt es als Novum künftig noch einmal eine kleine Schippe drauf. Das trifft genau die MFA, die in der Regel den Nachwuchs anlernen und ihm auch die Motivation mitgeben sollen. Wer selbst mehr (finanzielle) Achtung erfährt, dem fällt es auch leichter, den Begeisterungsfunken für den MFA-Job überspringen zu lassen.

Schreiben Sie dem Autor: matthias.wallenfels@springer.com

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