Kommentar zu Nordrhein

Prüfanträge: Nonsens zur Corona-Unzeit

Wie man bereits Corona-frustrierte Ärzte noch weiter demotiviert, zeigen Kassen in Nordrhein mit Prüfanträgen zu Petitessen.

Von Ilse SchlingensiepenIlse Schlingensiepen Veröffentlicht:

Ohne Zweifel: Die Krankenkassen haben kein Geld zu verschenken, schließlich ist es auch nicht ihres, sondern das der Versicherten. Niemand kann etwas dagegen haben, dass die Kassen auf eine wirtschaftliche Verwendung der Mittel durch die Ärzteschaft und die anderen Leistungserbringer achten.

Dabei sollten sie aber nicht über das Ziel hinausschießen. In Nordrhein ist das zumindest bei einigen Kassen der Fall. Seit Längerem überziehen sie die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte mit Prüfanträgen beim Sprechstundenbedarf. Dabei geht es oft um kleine Beträge, für die Praxen ist die Bearbeitung der Anträge aber mit einer Menge Arbeit verbunden.

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Aktuell müssen sich die Ärzte mit Prüfanträgen herumschlagen, weil sie bei der Bestellung von Impfstoffen den falschen Bezugsweg gewählt haben. Gardasil® und Shingrix® haben manche per Einzelrezept bestellt statt als Sprechstundenbedarf. Auch wenn das nicht ganz korrekt ist, ist schwer nachzuvollziehen, warum manche Kassen darum so ein großes Aufheben machen. Der wirtschaftliche Schaden hält sich sehr in Grenzen.

Das kann man vom Ärger der Ärzte nicht sagen. In einer Zeit, in der viele Praxen nicht zuletzt wegen der Corona- und der Grippeimpfungen am Anschlag arbeiten, hat ihnen eine solche Aktion gerade noch gefehlt. Von demotivierten und frustrierten Ärzten hat niemand etwas – insbesondere nicht die Patienten, deren Wohl den Krankenkassen doch eigentlich am Herzen liegen sollte.

Schreiben Sie der Autorin: wi@springer.com

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