Diagnostik und App

So werden Patienten schneller über ihr Coronavirus-Testergebnis informiert

In Windeseile über das SARS-CoV-2-Testergebnis benachrichtigt: Die Telekom hat eine App entwickelt, die Patienten in Echtzeit informiert, sobald das Testresultat verfügbar ist.

Von Matthias Wallenfels Veröffentlicht: 01.04.2020, 12:26 Uhr
SARS-CoV-2-infiziert? Eine neue App bringt das Testergebnis aus teilnehmenden Laboren direkt auf das Smartphone des getesteten Patienten.

SARS-CoV-2-infiziert? Eine neue App bringt das Testergebnis aus teilnehmenden Laboren direkt auf das Smartphone des getesteten Patienten.

© Deutsche Telekom AG

Bonn. Mit der zunehmenden Zahl an zu bearbeitenden Abstrich-Tests auf SARS-CoV-2 kommen auch die Labore an personelle Grenzen. Bisher versuchen die Mitarbeiter, die betroffenen Patienten telefonisch über das Testergebnis zu informieren. Dabei geht mitunter viel Zeit drauf.

Und ausgerechnet die Zeit ist in der gegenwärtigen Corona-Pandemie der kritische Faktor. Schließlich gilt es, den Anstieg der Neuinfektionen zu verlangsamen – unter anderem mit Quarantänemaßnahmen für Corona-Patienten und deren Familien sowie relevanten Kontaktpersonen.

Bis zu acht Stunden Zeitgewinn

Der Gesundheits-IT-Spezialist Telekom Healthcare Solutions hat nun nach eigenen Angaben gemeinsam mit BS Software Development eine App entwickelt, die diesen Informationsprozess beschleunigt – und zwar im Durchschnitt um vier bis acht Stunden, wie es heißt.

„Die App ersetzt die zeitintensive telefonische Abfrage der Ergebnisse. Sie hilft damit sowohl Patienten als auch Ärzten und Gesundheitsämtern, die an der Belastungsgrenze und darüber hinaus arbeiten“, erklärt Mark Düsener, Gesundheitschef der Deutschen Telekom. „Patienten mit negativem Befund müssen nicht mehr anrufen, um nach ihrem Testergebnis zu fragen. Zudem können bei einem positiven Ergebnis alle erforderlichen Maßnahmen direkt eingeleitet werden“, ergänzt er.

Etwa ein Dutzend Labore in Deutschland arbeiten nach Unternehmensangaben bereits mit der kostenlosen Corona-App. „Wir bieten das Verfahren allen Laboren in Deutschland kostenlos an und hoffen, dass sich viele anschließen, um den Kampf gegen das Coronavirus zu unterstützen“, verdeutlicht Jürgen Bucher, Chef der BS Software Development.

Ärzte gewinnen Zeit, um sich um die positiven Fälle zu kümmern

Eine Einrichtung, die die App bereits in Gebrauch hat, ist das Kölner Labor Dr. Wisplinghoff, das täglich 5000 Corona-Tests auswertet. „Mit der App werden Telefonate, E-Mail-Kommunikation oder sogar Faxe ersetzt. Ärzte haben so mehr Zeit, um sich um die positiven Fälle zu kümmern. Zudem erhalten die Betroffenen ihre Befunde in Echtzeit“, zeigt sich Laborleiter Dr. Fabian Wisplinghoff von der App-Lösung überzeugt. „Wir freuen uns, dass wir durch diese sehr einfache Lösung dazu beitragen, Patienten, Ärzte und Gesundheitsämter zu entlasten“, schiebt er nach.

Konkret läuft das Diagnostik-Procedere in den Hausarztpraxen laut Telekom folgendermaßen ab: Der Patient meldet sich bei seinem Hausarzt und teilt ihm seine Symptome mit. Der Hausarzt entscheidet auch im Rahmen der Vorgeschichte des Patienten, ob ein Test durchgeführt werden soll. Bejaht er eine Testung, dann druckt der Hausarzt zwei Etiketten aus – ein Auftragsetikett für das Labor und eines für den Patienten. Dann überweist er den Patienten in der Regel zu einem COVID-19-Testzentrum. Der dort genommene Abstrich gehe mit dem Auftragsetikett an das Labor. Dort werde der Barcode eingescannt. Sobald der Befund vorliege, werde das Ergebnis anonymisiert in der Telekom Healthcare Cloud gespeichert. Der Patient erhalte dann in Echtzeit seinen Befund in der App.

Liste informiert über teilnehmende Labore

Das Etikett erhalten Patienten laut Telekom, sobald bei ihnen ein Abstrich zur Untersuchung auf COVID-19 durchgeführt werde. Welche Labore die COVID-19 Patienten-App im Einsatz haben, ist in einer Liste der Telekom einsehbar.

Die App COVID-19 im Google Play Store

Die App COVID-19 im App Store

Mehr zum Thema

Digitalisierung

Unternehmen melden „Meilenstein“ bei eAU

„ÄrzteTag“-Podcast

Was stört die BÄK an externen Qualitätsindikatoren, Dr. Johna?

Das könnte Sie auch interessieren
Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Vitamin-C-Therapie

Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Vitamin C – ein Must-Have fürs Immunsystem

Immunmodulation

Vitamin C – ein Must-Have fürs Immunsystem

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Reizdarmsyndrom: Das Rektum ist durch Obstipation oder eine Gasansammlung aufgebläht.

Interview mit Leitlinien-Koordinatorin

Beim Reizdarmsyndrom probieren und kombinieren!

Forschungsministerin Karliczek , Familienministerin Giffey und Gesundheitsminister Spahn stellen bei einer Diskussionsrunde die Nationale Demenzstrategie vor.

Nationale Demenzstrategie

Spahn will professionelle Demenz-Netzwerke ausbauen