Medizinprodukt

Sonormed trifft bei US-Jury den richtigen Ton

Für das Konzept, Tinnitus mittels individuell aufbereiteter Musik zu therapieren, hat das Hamburger Start-up Sonormed einen renommierten US-Gründerpreis gewonnen.

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AUSTIN. Der Preis ist zwar nur mit 4000 Dollar dotiert, sorgt aber für breite Aufmerksamkeit bei Investoren: Beim Medien- und Technologie-Festival "South by Southwest" in Austin, Texas, siegte das Hamburger Unternehmen Sonormed am Sonntagabend in der Kategorie "Gesundheit".

Sonormed vermarktet seit etwas mehr als einem Jahr ein Medizinprodukt gegen Tinnitus ("Tinnitracks"). Dabei wird Musik, die ein Patient einreicht, so bearbeitet, dass die Signalanteile auf dessen individueller Tinnitus-Frequenz herausgefiltert werden.

Danach würden beim Hören dieser Musik ausschließlich gesunde Nervenzellen angeregt, wodurch sich, so die Erklärung des Herstellers, das Gleichgewicht zwischen erregenden und hemmenden Nervenzellen im Hörzentrum wieder einspielen soll.

Die Wirkung dieses sogenannten TailorMade Notched Music Trainings sei in Studien klinisch bestätigt worden, heißt es. "Täglich 90 Minuten Zuhören über einen Zeitraum von mindestens vier Monaten bringt in der Regel eine spürbare Besserung", verspricht Sonormed.

Die Auszeichnung in Austin könne der Auftakt für eine Erweiterung des Angebots auf den US-Markt sein, erklärte Firmengründer Jörg Land.

Jüngste Innovation von Sonormed ist eine App, mit der das Therapiekonzept mobil genutzt werden kann. Die "Tinnitracks"-App sei als Android- und als iOS-Version verfügbar, heißt es.

Die App ermöglicht sowohl die Musikeingabe an Sonormed als auch das Abspielen der individuell aufbereiteten Dateien. Patienten müssen nur die Frequenz ihres Tinnitus-Tons kennen. Die App soll ab April für jeweils 19 Euro im Monat erhältlich sein.

Der Vertrag sei monatlich kündbar. Interessierte könnten die App 14 Tage kostenlos testen. Zudem gebe es die App auch bei Hörgerateakustikern oder auf der Website tinnitracks.com. (dpa/cw)

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