Kanzleramtsminister Braun

Staatliche Digitalprojekte dauern zu lange

Deutschland sollte nach Ansicht von Kanzleramtsminister Braun die Digitalisierung schneller vorantreiben. Die KBV zeigt sich indes zuversichtlich, dass die TI-Anbindung bis Ende Juni für die meisten Arztpraxen klappt.

Veröffentlicht: 18.04.2019, 12:22 Uhr
Staatliche Digitalprojekte dauern zu lange

Staatliche Ditigalprojekte dauern oft zu lange, räumt Kanzleramtsminister Helge Braun ein.

© Zerbor / stock.adobe.com

BERLIN/DÜSSELDORF. Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) wünscht sich mehr Tempo bei der Digitalisierung – und kritisiert, dass Deutschland zu lange bei der Realisierung solcher Projekte braucht.

„Aus Sicht des Digitalrats sind die staatlichen Digitalprojekte wie die Gesundheitskarte, die elektronische Bürgerakte oder ein Maut-System viel zu groß und langwierig“, sagte er der „Rheinischen Post“ (Donnerstag). Er forderte: „Da muss der Staat mutiger werden.“

Prof. Dr. med. Braun, der vor seiner politischen Karriere in Berlin Anästhesist war, plädierte für eine andere Organisation digitaler Großprojekte: „Ich bin dafür, dass wir künftig solche Mammutprojekte in kleinere Felder unterteilen, in denen man testweise neue Technologien ausprobieren kann.“ So gehe es schneller, und die Technologien seien nicht bereits bei Einführung überholt.

KBV: TI-Anbindung bis 30. Juni möglich

Gut im Zeitplan sieht die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) unterdessen die Anbindung an die neue Telematikinfrastruktur. „Ein nahezu vollständiges Ausrollen der Telematikinfrastruktur ist bis zum 30. Juni möglich“, sagte KBV-Vorstand Dr. Thomas Kriedel am Freitag in Berlin. Nun liege es an der Industrie, die Konnektoren auch zu installieren.

Kriedel gab sich zuversichtlich, dass die meisten Arztpraxen rechtzeitig angeschlossen würden, da die großen Anbieter dies garantiert hätten. Bei jenen Arztpraxen, bei denen dies nicht innerhalb der Frist klappt, geht die KBV davon aus, dass sie „keine Sanktionen hinnehmen müssen“. (ths)

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Start-up-Mentalität vs. SGB V

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