Kanzleramtsminister Braun

Staatliche Digitalprojekte dauern zu lange

Deutschland sollte nach Ansicht von Kanzleramtsminister Braun die Digitalisierung schneller vorantreiben. Die KBV zeigt sich indes zuversichtlich, dass die TI-Anbindung bis Ende Juni für die meisten Arztpraxen klappt.

Veröffentlicht:
Staatliche Ditigalprojekte dauern oft zu lange, räumt Kanzleramtsminister Helge Braun ein.

Staatliche Ditigalprojekte dauern oft zu lange, räumt Kanzleramtsminister Helge Braun ein.

© Zerbor / stock.adobe.com

BERLIN/DÜSSELDORF. Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) wünscht sich mehr Tempo bei der Digitalisierung – und kritisiert, dass Deutschland zu lange bei der Realisierung solcher Projekte braucht.

„Aus Sicht des Digitalrats sind die staatlichen Digitalprojekte wie die Gesundheitskarte, die elektronische Bürgerakte oder ein Maut-System viel zu groß und langwierig“, sagte er der „Rheinischen Post“ (Donnerstag). Er forderte: „Da muss der Staat mutiger werden.“

Prof. Dr. med. Braun, der vor seiner politischen Karriere in Berlin Anästhesist war, plädierte für eine andere Organisation digitaler Großprojekte: „Ich bin dafür, dass wir künftig solche Mammutprojekte in kleinere Felder unterteilen, in denen man testweise neue Technologien ausprobieren kann.“ So gehe es schneller, und die Technologien seien nicht bereits bei Einführung überholt.

KBV: TI-Anbindung bis 30. Juni möglich

Gut im Zeitplan sieht die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) unterdessen die Anbindung an die neue Telematikinfrastruktur. „Ein nahezu vollständiges Ausrollen der Telematikinfrastruktur ist bis zum 30. Juni möglich“, sagte KBV-Vorstand Dr. Thomas Kriedel am Freitag in Berlin. Nun liege es an der Industrie, die Konnektoren auch zu installieren.

Kriedel gab sich zuversichtlich, dass die meisten Arztpraxen rechtzeitig angeschlossen würden, da die großen Anbieter dies garantiert hätten. Bei jenen Arztpraxen, bei denen dies nicht innerhalb der Frist klappt, geht die KBV davon aus, dass sie „keine Sanktionen hinnehmen müssen“. (ths)

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Start-up-Mentalität vs. SGB V

Mehr zum Thema

Cyberschutz für Arztpraxen

Vom Passwort als Desinfektionsmittel

Das könnte Sie auch interessieren
Digitalisierung? „Muss für Ärzte einen Mehrwert bieten!“

© [M] Scherer: Tabea Marten | Spöhrer: privat

„EvidenzUpdate“-Podcast

Digitalisierung? „Muss für Ärzte einen Mehrwert bieten!“

Digitalisierung und Datenschutz pandemiekonform: SVR-Vorsitzender Professor Ferdinand Gerlach (li.) am 24. März in Berlin bei der Vorstellung des Ratsgutachtens und der Bundesdatenschutzbeauftragte Professor Ulrich Kelber (re.) einen Tag später bei der Vorlage seines Tätigkeitsberichts.

© [M] Gerlach: Wolfgang Kumm / dpa | Kelber: Bernd von Jutrczenka / dpa

„ÄrzteTag“-Podcast

„Wir verlangen Digitalisierung mit Gehirnschmalz!“ (Streitgespräch Teil 1)

Thorsten Kaatze, kaufmännischer Direktor am Uniklinikum Essen

© UK Essen

„ÄrzteTag“-Podcast

Ein „Kochrezept“ für die Digitalisierung einer Uniklinik

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Tobias Hans, Landesvorsitzender der saarländischen CDU und Saarlands Ministerpräsident, spricht am 12.11.2021 im E-Werk bei der Landesvertreterversammlung der saarländischen CDU.

© Uwe Anspach / dpa

Corona-Impfung

BioNTech-Deckelung: Saar-MP Hans attackiert Spahn

Impfzentrum der Marke Eigenbau in Peine.

© Dr. Lars Peters

COVID-19-Impfung im früheren Getränkemarkt

Hausarzt richtet Corona-Impfzentrum ein – auf eigene Kosten

IT-Sicherheit in der Praxis: Als „die Atemschutzmaske des Computers“ titulierte der Heidelberger Cyberschutz-Auditor Mark Peters die Firewall.

© Michaela Schneider

Cyberschutz für Arztpraxen

Vom Passwort als Desinfektionsmittel