Direkt zum Inhaltsbereich

Kurz vor Schluss

Testphase zum E-Rezept wird verlängert

Bis Ende November soll das E-Rezept nun weiter getestet werden, die Testphase wurde verlängert. Die bundesweite Einführung auf freiwilliger Basis wird verschoben. Bei Twitter ist unter anderem von einem „absoluten Flop“ die Rede.

Margarethe UrbanekVon Margarethe Urbanek Veröffentlicht:
Bis das E-Rezept bundesweit eingeführt werden kann, dauert es noch etwas. Die Testphase in der Fokusregion Berlin-Brandenburg wurde jedenfalls verlängert. Der Stichtag 1. Januar steht aber noch.

Bis das E-Rezept bundesweit eingeführt werden kann, dauert es noch etwas. Die Testphase in der Fokusregion Berlin-Brandenburg wurde jedenfalls verlängert. Der Stichtag 1. Januar steht aber noch.

© Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Berlin. Die Testphase zur Einführung des elektronischen Rezepts wurde verlängert. Sie soll nach Angaben der gematik am Donnerstag nun bis Ende November laufen – zwei Monate länger als ursprünglich geplant. An der bundesweit verpflichtenden Einführung zum 1. Januar 2022 hält die gematik aber nach wie vor fest.

Die Testphase zum E-Rezept war im Juli in der Fokusregion Berlin-Brandenburg in einigen Arztpraxen, Kliniken und Apotheken gestartet. Sie sollte ursprünglich drei Monate dauern. Zum 1. Oktober hätte das E-Rezept dann eigentlich auf freiwilliger Basis bundesweit eingeführt werden sollen – bevor es ab Januar 2022 zur Pflichtanwendung kommt.

Technik hängt noch hinterher

Ein Grund für die Verlängerung der Testphase ist nach Angaben der gematik, dass viele Praxen, Apotheken, Krankenkassen und Versicherte noch nicht über die notwendige Technik für das E-Rezept verfügten. So würde erst mit dem Quartalswechsel ein „deutlicher Anstieg“ der erforderlichen EDV-Updates in den Praxen- und Apothekensystemen erwartet. Auch beteiligen sich noch nicht ausreichend viele Kassen an dem Feldversuch. Laut gematik liegen aber Zusagen „weiterer großer Krankenkassen“ vor, sich nun an der Testphase beteiligen zu wollen.

Zudem würden viele Versicherte noch nicht über die neues Generation der elektronischen Gesundheitskarte verfügen. Sie ist zusammen mit dem PIN Voraussetzung dafür, dass die E-Rezept-App der gematik in vollem Umfang genutzt werden kann.

Optimismus auf der einen Seite...

Kurzum: Für die flächendeckende Einführung des E-Rezepts reichen die Tests offenbar noch nicht aus. gematik-Geschäftsführer Dr. Markus Leyck Dieken zeigt sich dennoch optimistisch. Die Testphase habe gezeigt, „das E-Rezept funktioniert. Die Einführung ist ein anspruchsvolles Vorhaben mit vielen Beteiligten. Je nach technischer Ausstattung werden Praxen und Apotheken nach und nach in der Lage sein, E-Rezepte auszustellen bzw. einzulösen.“

...Skepsis auf der anderen

Deutlich kritischere Worte finden sich fernab der gematik. So bezeichnen Nutzer des Kurznachrichtendienst Twitter die Testphase als „absoluten Flop“, sehen das E-Rezept bereits als „gescheitert“ an oder fordern von der neuen Regierung eine bessere Hand bei der Digitalisierung. „Jeden Tag gibt es ein neues Beispiel, dass kein einziges Projekt funktioniert.“

Gilbert Mohr, Leiter der Stabsstelle E-Health der KV Nordrhein, erklärte jüngst im Podcast mit der „Ärzte Zeitung“: „Es fehlen die Feldtests in der Fläche. Und Ärzten, die das jetzt schon ausprobieren wollen, fehlt meist das erforderliche Update der Praxissoftware.“ Spannend werde der 3. Januar sein – der D-Day des E-Rezepts– , wenn alles auf einmal funktionieren muss. Auf Twitter schreibt er: „Da muss man jetzt kein Prophet sein, um auch eine Verschiebung des Starttermins für (das) eRezept vorherzusehen…“

Die KBV-Vertreterversammlung hatte jüngst zumindest gefordert, die Pflicht zur eAU und zum E-Rezept nochmals auszusetzen.

Lesen sie auch
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Tipps der Bundesärztekammer

Wie Ärzte Fake News und Deepfakes erkennen

Das könnte Sie auch interessieren
An der Frankfurt School of Finance & Management im Norden der Mainmetropole wird auch in diesem Jahr der Tag der Privatmedizin 2026 ausgerichtet. Die Veranstaltung ist für den 21. November angesetzt. (Archivbild)

© Frankfurt School of Finance & Management

Update

Praxiswissen und Innovation

Privatmedizin: Anregungen für die Praxis in Frankfurt am 21. November

Logo Medibiom

© Medibiom

MEDICE

MEDIBIOM – Darmgesundheit neu gedacht!

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Esteban Roman Garcia hat einen modernen OP eingerichtet, mit allen erforderlichen Geräten, um effizientes Arbeiten zu ermöglichen.

© privat

Praxismanagement

Arzt und Unternehmer: Chirurg in Ostwestfalen auf Expansionskurs

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: dem Finanzdienstleister MLP SE, Wiesloch
Logo vom ÄrzteTag extra der Ärzte Zeitung mit dem Porträt des Podcast-Gesprächspartners Reinhard Pfingsten von der apoBank

© apoBank

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Wie können Ärztinnen und Ärzte das neue Altersvorsorgedepot für den Ruhestand nutzen, Herr Pfingsten?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deutscher Apotheker- und Ärztebank (apoBank)
Wissenschaft in Medizin übertragen

© Regeneron

Forschung und Entwicklung

Wissenschaft in Medizin übertragen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Regeneron GmbH, München
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kongress in Chicago

Herzkongress AHA 2026: Diese Studien könnten die Praxis verändern

Lesetipps
Gewinner des Galenus-von-Pergamon-Preises 2026 in der Kategorie Specialist Care:

© Marc-Steffen Unger

Fortgeschrittenes kleinzelliges Lungenkarzinom

Galenus-Preis 2026: Imdylltra® gewinnt in der Kategorie Specialist Care