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Viele Betriebe investieren in Arbeitsmedizin

LÜBECK (di). Arbeitsmediziner sind mit der Prävention in deutschen Betrieben weitgehend zufrieden. Einzelne Branchen bleiben aber Sorgenkinder.

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Zeitarbeitsfirmen und Callcenter nannte der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) auf seiner Tagung in Lübeck als Branchen, in denen Beschäftigte vergleichsweise selten Zugang zu Arbeitsmedizinern finden. Auch bei Erziehern sehen die Arbeitsmediziner Defizite.

Insgesamt aber sind sie mit der Aufgeschlossenheit der Beschäftigten und der meisten Arbeitgeber gegenüber der Arbeitsmedizin zufrieden. Daran hat nach Einschätzung des Verbandspräsidenten Dr. Wolfgang Panter auch die Wirtschaftskrise nichts geändert. Er beobachtet, dass viele Arbeitgeber heute die Arbeitsmedizin als sinnvolle Investition betrachten, um ihre Beschäftigten langfristig gesund zu erhalten.

Auch bei den Beschäftigten setzt sich nach Ansicht von VDBW-Präsidiumsmitglied Anette Wahl-Wachendorf die Erkenntnis durch, dass der Gang zum Betriebsarzt - durchschnittlich sucht ein Arbeitnehmer diesen alle zwei Jahre auf - Vorteile bringt. "Wir haben das Alleinstellungsmerkmal, dass wir die Beschäftigten regelmäßig sehen - auch solche, die den Weg zum Hausarzt sonst nicht finden", sagte Wahl-Wachendorf.

Als besondere Herausforderung stufen die Betriebsärzte den zunehmenden Zeitdruck und die damit verbundene Arbeitsverdichtung und den Zwang zu schnellen Entscheidungen in den Firmen ein. Folge sind häufig arbeitsbedingte psychische und psychosomatische Erkrankungen. Der Verband will sich deshalb für Präventionsmaßnahmen zur Stärkung der psychischen Stabilität und für betriebliche Frühwarnsysteme einsetzen. Sich selbst sehen die Arbeitsmediziner dabei in der Rolle eines "Gesundheitsmanagers", der neben traditionellen betriebsärztlichen Aufgaben Themen wie Identifikation und Beurteilung psychischer und sozialer Belastungen, betriebliches Eingliederungsmanagement, Gesundheitsberatung und Konfliktmanagement in den Vordergrund stellt.

Neben den psychischen Erkrankungen sorgen sich die Arbeitsmediziner insbesondere um die berufsbedingten Hauterkrankungen. Mit 30 Prozent stehen sie an der Spitze der gemeldeten berufsbedingten Erkrankungen in Deutschland. Ein Grund ist die hohe Chemikalienbelastung in Berufen wie Reinigungsfachkraft, Metallarbeiter oder Friseur. Die Arbeitsmediziner fordern mehr Prävention und eine bessere Früherkennung.

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