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KOMMENTAR

Nur ein Schlückchen Wein darf es sein

Von Thomas Müller Veröffentlicht:

Alkohol ist bekanntlich mit Vorsicht zu genießen. Ganz ähnlich verhält es sich mit den Ergebnissen von Alkohol-Studien: Sie neigen schnell dazu, die Urteilsfähigkeit zu trüben. Das ist immer wieder zu beobachten, wenn eine neue Studie publiziert worden ist, die angeblich beweist, dass ein Gläschen Wein oder Bier vor Herzinfarkt schützt oder das Leben verlängert. Allzu gern wird dann übersehen, dass es sich nur um eine Assoziation handelt, und alles, was man daraus schließt, letztendlich Spekulation bleibt.

Denn gerade bei Faktoren, die stark zu einer bestimmten Lebensweise gehören, lässt sich nur schwer feststellen, was Ursache und was Wirkung ist. Bekanntlich haben Weintrinker meist einen höheren Bildungsgrad und pflegen einen gesünderen Lebensstil als Männer, die sich regelmäßig in der Eckkneipe zum Bier treffen. Auch das könnte schon einige der Unterschiede zwischen Bier- und Weintrinkern erklären.

Dies im Hinterkopf brachte die neue niederländische Studie durchaus interessante Ergebnisse. So hatten diejenigen Männer, die im Schnitt 50 ml Wein pro Tag tranken, die niedrigste Herzinfarkt-Rate. 50 ml - das ist gerade einmal ein Schnapsglas voll. Sollte diese Menge Wein tatsächlich die Ursache für die niedrige Infarktrate sein, dann nützt Wein offenbar vor allem dann, wenn man ihn äußerst geringen Dosen trinkt oder es bei einem Glas pro Woche belässt. Gute Gründe, öfter mal einen über den Durst zu trinken, liefert also auch die neue Studie nicht.

Lesen Sie dazu auch: Täglich ein Glas Wein - das verspricht vier Lebensjahre mehr

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