Ärzte Zeitung, 02.11.2006

Schlafmangel plagt RLS-Patienten besonders

Ropinirol bessert bei Restless-Legs-Syndrom sowohl die Unruhe in den Beinen als auch die Schlafqualität

REGENSBURG (sto). Patienten mit einem Restless-Legs-Syndrom (RLS) suchen den Arzt in der Regel nicht wegen der unruhigen Beine, sondern wegen Schlafstörungen auf. Mit Ropinirol läßt sich nicht nur die Unruhe in den Beinen, sondern auch die Schlafqualität verbessern.

Eine internationale Arbeitsgruppe hat vier Minimalkriterien bestimmt, die für ein RLS charakteristisch sind. Das hat der Schlafmediziner Privatdozent Ingo Fietze von der Charité Berlin beim Schlafmedizin-Kongreß in Regensburg berichtet. Dazu gehört der Drang, die Beine zu bewegen. Das wird in der Regel durch Mißempfindungen in den Beinen verursacht oder begleitet.

Ferner verschlechtern sich die Beschwerden in Ruhe oder bei Inaktivität. Ein weiteres Kriterium ist, daß der Bewegungsdrang oder die Mißempfindungen durch Gehen oder Strecken teilweise oder ganz verschwinden. Typisch ist außerdem, daß die Symptome vorwiegend abends und nachts auftreten. Diese Merkmale zählte Fietze bei einem Symposium von GlaxoSmithKline auf.

Seit April 2006 ist der Dopamin-Agonist Ropinirol (Adartrel®) zur symptomatischen Therapie bei mittelschwerem bis schwerem idiopathischem RLS zugelassen. Die Wirksamkeit wurde in sieben Zulassungsstudien mit einer Laufzeit von 36 bis 52 Wochen bei mehr als 1000 Patienten geprüft, sagte Privatdozentin Juliane Winkelmann aus München.

Ropinirol verringerte signifikant die Beinbewegungen im Wachen und im Schlaf, so Winkelmann. Durch die Behandlung habe sich außerdem die Schlafqualität der Patienten deutlich gebessert. Schlafstörungen und Tagesmüdigkeit nahmen ab. Als häufigste unerwünschte Wirkung kam Übelkeit vor, die meist zu Beginn der Therapie auftrat und reversibel war, sagte die Kollegin.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Honorar-Einigung erzielt!

18:30Die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der GKV-Spitzenverband haben sich nach siebenstündigen Verhandlungen auf das Honorar für 2019 geeinigt. mehr »

App sorgt für weniger Tage mit Migräne

Bei Einsatz einer Migräne-App lassen sich Kopfschmerztage merklich reduzieren – und zwar um 25 Prozent. Das geht aus einer Studie der Schmerzklinik Kiel und der TK hervor. mehr »

Die Zukunft gehört der sensorischen Zuckermessung

Die Zeiten, in denen sich Diabetiker zur Blutzuckermessung in den Finger stechen müssen, sind wohl bald vorbei. Sensor-Messsysteme bringen neue Möglichkeiten, aber auch Herausforderungen. mehr »