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Insulin lispro für Schwangere mit Diabetes offenbar unbedenklich

HAMBURG (hbr). Eine Behandlung schwangerer Diabetikerinnen mit Insulin lispro gefährdet offenbar nicht die Gesundheit des sich entwickelnden Kindes. Darauf gibt es unter anderem Hinweise aus einer Beobachtungsstudie, in der das Insulin-Analogon sogar besser abschnitt als Normalinsulin.

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Ausgewertet wurden Fallbeschreibungen von 63 Patientinnen mit Gestationsdiabetes (GD) und von 59 Typ-1-Diabetikerinnen im Alter von 22 bis 40 Jahren. Das hat der Diabetologe Professor Ulrich Schwedes vom Krankenhaus Barmbek bei einer Veranstaltung des Unternehmens Lilly in Hamburg berichtet.

Die Diabetesdauer der Typ-1-Patientinnen betrug ein bis 22 Jahre. 28 von ihnen verwendeten als Bolusinsulin zu den Mahlzeiten humanes Normalinsulin, 31 das kurzwirksame Analog-Insulin lispro (Humalog®). 34 Frauen mit GD injizierten Humaninsulin, 29 das Analogon.

In beiden Patientinnengruppen war die Stoffwechselkontrolle mit dem Analog-Insulin besser. Der Blutzucker lag eine Stunde nach dem Essen bei Typ-1-Frauen mit Normalinsulin bei 165 mg/dl, mit dem Analogon aber nur bei 117mg/dl. Bei den GD-Patientinnen waren es entsprechend 135 und 107 mg/dl. Ebenfalls signifikant niedriger mit dem Insulin-Analogon waren die HbA1c-Werte (Typ 1: 6,3 versus 5,6 Prozent; GD: 4,8 versus 4,1 Prozent) und die Hypoglykämieraten.

Der Grund: Die Wirkung ist kürzer als bei Normalinsulin, damit sinkt das Risiko für postprandiale Späthypoglykämien vier bis sechs Stunden nach dem Essen. Gleichzeitig kann der schnellere Wirkeintritt den postprandialen Blutzuckeranstieg besser abfangen. Das erleichtert das Einhalten der für Schwangere besonders strengen Blutzucker-Ziele. Diese erlauben eine Stunde nach dem Essen im kapillären Vollblut höchstens 140 mg/dl, nach zwei Stunden maximal 120 mg/dl und nüchtern 60 bis 90 mg/dl.

Auch die Kinder profitierten: Neugeborene, deren Mütter lispro verwendeten, hatten zwei Drittel weniger postpartale Hypoglykämien. Makrosom waren je vier Babies in den Normalinsulingruppen, mit lispro nur drei (Typ 1) und zwei Kinder (GD). Zu leicht waren drei Babies der Typ-1-Gruppe mit Normalinsulin und eines in der lispro-Gruppe.

Damit schnitt in dieser Untersuchung das Analogon sogar besser ab als Normalinsulin. Es sei jedoch keine randomisierte Studie, erinnerte Schwedes. Aber auch weitere Auswertungen mit etwa 1400 Patientinnen fanden im Vergleich zu Normalinsulin keine unerwünschten Wirkungen, aber teilweise bessere postprandiale Werte und weniger postnatale Hypoglykämien.

Wegen der vielen Fallbeobachtungen wurde jetzt der Hinweis auf fehlende unerwünschte Wirkungen für Schwangerschaft und Gesundheit des Kindes in die Fachinformation aufgenommen.

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