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Pluspunkte für Insulinanalogon bei Schwangeren mit Diabetes

KOPENHAGEN (hbr). Bei schwangeren Typ-1-Diabetikerinnen treten mit Insulinaspart weniger schwere Unterzuckerungen auf als mit Normalinsulin. Außerdem ist die Frühgeburten-Rate signifikant geringer. Das belegt eine erstmals beim europäischen Diabeteskongreß in Kopenhagen vorgestellte Studie. Insulinaspart wurde aufgrund der Studie von der EMEA in Europa für Schwangere zugelassen.

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"Diabetes bei Schwangeren ist immer noch eine Herausforderung, denn die Komplikationsrate ist hoch", sagt Professor Elisabeth Mathiesen. So sind die Kinder bei der Geburt oft viel zu schwer. Und das Risiko für eine Frühgeburt ist versechsfacht - jedes dritte Neugeborene einer Diabetes-kranken Mutter kommt zu früh zur Welt. Und die Wahrscheinlichkeit für einen perinatalen Tod ist im Vergleich zu gesunden Frauen vervierfacht.

Ziel ist Normoglykämie über die gesamte Schwangerschaft

"Wir müssen diese Risiken durch eine optimale Blutzuckerkontrolle minimieren", betonte die Diabetologin von der Universität Kopenhagen. "Die Frauen müssen über die gesamte Schwangerschaft in engen Grenzen normoglykämisch eingestellt sein - 24 Stunden am Tag." Das bedeutet: strenge Diät, Bewegung und mindestens sieben Blutzuckerkontrollen täglich, um die Insulindosis oder das Essen regelmäßig anpassen zu können. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft empfiehlt zum Beispiel in der Schwangerschaft Nüchternwerte zwischen 60 und 90 mg/dl.

Die Sorge um den Nachwuchs liefert den Frauen meist die nötige Motivation, sich dieser schwierigen Aufgabe zu stellen. Derartig niedrige Blutzuckerwerte einzuhalten, ist jedoch schwierig. Von kurzwirksamen Insulinanaloga ist bekannt, daß sie diese Aufgabe erleichtern. Die postprandialen Blutzuckerwerte sind damit besser in den Griff zu bekommen, und es treten seltener Unterzuckerungen auf.

Für Insulinaspart (Novo Rapid®) wurden jetzt die Vorteile in einer der größten Untersuchungen zur Insulintherapie in der Schwangerschaft belegt. In der Studie erhielten 322 schwangere Typ-1-Diabetikerinnen als schnelles Bolusinsulin entweder Normalinsulin oder das kurzwirksame Insulinaspart. Der basale Insulinbedarf wurde in beiden Gruppen mit einem herkömmlichen NPH-Insulin abgedeckt.

Rate schwerer Hypoglykämien wurde um 28 Prozent reduziert

Die Studienergebnisse belegen ein deutlich geringeres Risiko für Frühgeburten und für Unterzuckerungen in der Schwangerschaft. So war mit Insulinaspart die Rate der schweren Hypoglykämien um 28 Prozent geringer als mit Normalinsulin. Die Rate der nächtlichen Unterzuckerungen fiel um 52 Prozent niedriger aus, tagsüber war die Zahl um 15 Prozent geringer. Zudem seien die postprandialen Werte günstiger gewesen, so Mathiesen.

Und: In der Normalinsulin-Gruppe verloren 20 Frauen ihr Kind während der Schwangerschaft. In der Insulinaspart-Gruppe waren es 14 Frauen. Dieser Unterschied erreichte aber keine Signifikanz. Signifikant verschieden war jedoch die Zahl der Frühgeburten: Mit der Humaninsulin-Therapie kamen 30 Prozent der Kinder zu früh zur Welt, mit Insulinaspart-Behandlung 20 Prozent. "Das ist ein klinisch relevanter Unterschied", betonte Mathiesen bei einer Veranstaltung des Unternehmens Novo Nordisk.

Zudem sei die Therapie mit dem kurzwirksamen Insulinanalogon sicher, so Mathiesen: Ebenso wie Humaninsulin kann auch Insulinaspart nicht über die Plazenta in den fetalen Blutkreislauf gelangen.

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