Direkt zum Inhaltsbereich

Bei Wund-Patienten auf Kontaktallergie achten

Bei nicht heilenden chronischen Wunden, vor allem wenn sich die Symptome verschlimmern, lohnt es sich, die Patienten auf Kontaktallergien zu untersuchen. Viele der Betroffenen reagieren allergisch auf Bestandteile ihrer Wundverbände.

Von Simone Reisdorf Veröffentlicht:

Simone Reisdorf

DRESDEN. Ein bis anderthalb Millionen Menschen in Deutschland leiden an einem Ulcus cruris, und 50 bis 80 Prozent davon haben zugleich eine Kontaktallergie, berichtete Professor Birger Kränke von der Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie in Graz.

Das liege vor allem an der langen Krankheitsdauer, der veränderten Hauttrophik und der häufig anzutreffenden Polypragmasie. "Die meisten reagieren allergisch auf Bestandteile ihrer Wundverbände oder -externa", so Kränke beim Dermatologenkongress in Dresden.

Auf Salbenhilfssubstanzen achten

Prinzipiell sollte jeder mit nicht heilenden chronischen Wunden, vor allem bei "crescendo-artiger" Progredienz der Symptome, auf Kontaktallergien untersucht werden, empfahl der österreichische Dermatologe.

Zu fahnden sei vor allem nach Salbenhilfssubstanzen wie Harzen, Konservierungsstoffen, Emulgatoren, nach Antiseptika und topischen Antibiotika. Kränke wies auch auf Methylprednisolonaceponat und den Emulgator Sorbitansesquioleat hin. Hochallergen und deshalb vom Markt genommen sei Bufexamac.

"Nicht immer ist alles gut deklariert"

Aber auch moderne Wundauflagen sind laut Kränke nicht immer frei von Kontaktallergenen. So machte er auf Polysorbat 80, Chlorhexidingluconat, Wollwachsalkohole, Kolophoniumderivate, Propylenglykol, Polyisobutylen, Pentaerythritolester und auf Sorbitanesquioleat aufmerksam: "Nicht immer ist alles gut deklariert".

Bei Betaisodona-haltigen Produkten sei nicht nur auf Standardjodidverbindungen, sondern auch auf Povidon-Jod zu testen. Selten seien Kontaktallergien gegen Phenoxyethanol oder Cocamidopropylbetain in Desinfektionsmitteln.

Vorsicht bei Ölen geboten

"Es ist auch zu überprüfen, was die Patienten sich selbst an vermeintlich harmlosen Naturprodukten verordnen, etwa Propolissalbe, Murmeltiersalbe mit Cetylstearylalkohol, Methylparabenen und Arnika, Salben mit Kiefernharzextrakten oder Wollfetten und gummierte Bandagen mit Zinkdiethyldithiocarbamat", sagte der Experte.

Vorsicht sei bei Ölen geboten; unter Okklusion wirkten sie oft als Irritans. "Und einfach jeden Menschen kann man mit Teebaumöl sensibilisieren, wenn es lange genug oxidiert ist."

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Innovative Therapieansätze

Mit Fischhaut gegen den diabetischen Fuß

Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Abb. 2: Sekundärer Endpunkt der BOREAS-Studie: Veränderung der Lungenfunktion unter Dupilumab versus Placebo

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Typ-2-Inflammation bei COPD

Bessere Lungenfunktion und mehr Lebensqualität durch IL-4/-13-Hemmung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin, und Regeneron GmbH, München
Abb. 1: AIO-KRK-0424/ass-Registerstudie: Leitlinienadhärenz

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

BRAFV600E-mutiertes mCRC nach systemischer Vortherapie

Registerstudie weist auf Defizite in der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen hin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Exklusiv Bundesgesundheitsministerin im Interview

Nina Warken über Reformdruck: „So wie bisher kann es doch nicht weitergehen“

Lesetipps