Ärzte Zeitung, 16.07.2014

Wiederbelebung

Dreier-Cocktail gegen Herzstillstand

Intensivmediziner der University of Pittsburgh plädieren dafür, Herzstillstände von stationären Patienten bei Vasopressorenbedarf mit einer Kombination aus Adrenalin, Vasopressin und einem Kortikosteroid zu behandeln.

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Eine Kombitherapie erhöht bei Krankenhauspatienten nach Herzstillstand die Chancen, die Klinik in guter Verfassung zu verlassen.

© Thomas Brugger / fotolia.com

PITTSBURGH. "Angesichts des Mangels an bewährten Gegenmitteln und der hohen Mortalität nach Herzstillständen von Krankenhauspatienten scheint es vernünftig zu sein, während der Wiederbelebung Vasopressin, Steroide und Adrenalin zu kombinieren", schreiben Jaya Buddineni und Mitarbeiter im Resumee einer Analyse (Journal of Critical Care 2014; 18 (3): 308).

Ihre Erkenntnis beruht wesentlich auf Resultaten einer Studie aus dem vergangenen Jahr (Journal of the American Medical Association 2013; 310: 270-279). Es handelt sich dabei um eine Untersuchung, in der Randomisierung und Placebokontrolle vorgenommen wurde.

Das vorgeschlagene Regime sieht vor, 20 IU Vasopressin und 1 mg Adrenalin pro Reanimationszyklus - die etwa dreiminütige Dauer bis zur erneuten Rhythmuskontrolle - zu kombinieren und während des ersten Zyklus 40 mg Methylprednisolon zu verabreichen.

Schockzustände nach der Reanimation sind mit Hydrokortison (täglich 300 mg über maximal sieben Tage, ausschleichend absetzen) zu behandeln.

Die Kontrollgruppe in der genannten Studie erhielt lediglich Adrenalin, andere Substanzen wurden durch Placebo ersetzt. Es zeigte sich, dass die Kombinationstherapie überlegene Resultate nach sich zog.

Eine Spontanzirkulation von mindestens 20 Minuten Dauer erreichten 83,9 Prozent der Patienten unter dem Arzneicocktail und 65,9 Prozent unter Adrenalin plus Placebo. Lebend und bei gutem neurologischem Zustand aus dem Krankenhaus entlassen wurden 13,9 gegenüber 5,1 Prozent.

Von den Patienten, die nach der Wiederbelebung im Schock gelegen hatten, wurden 21,1 beziehungsweise 8,2 Prozent lebend und in guter Verfassung entlassen, je nachdem, ob sie Hydrokortison erhalten hatten oder nicht.

"Diese randomisierte und kontrollierte Studie zeigt erstmals, dass sich durch Medikamente für einen Krankheitszustand mit sehr schlechten Überlebenschancen positive neurologische Ergebnisse erzielen lassen", schreiben Buddineni und Kollegen.

Welcher Anteil dabei den einzelnen Interventionen zuzuschreiben sei, bleibe aber weiterhin unklar. Dies lasse sich womöglich in mehrarmigen Untersuchungen herausfinden, in denen verschiedene Kombinationen von Adrenalin, Vasopressin und Steroiden einzusetzen wären. (rb)

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