Forschung zu HIV in neuem Unternehmen stark gebündelt

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MÜNCHEN (sto). Zu den Problemen der HIV-Therapie zählen nach wie vor Resistenzen, Toxizitäten, Interaktionen sowie die Darreichungsformen. Deshalb gibt es weiterhin großen Forschungsbedarf.

Der Immunologe Dr. Ravi Kumar Walli erinnerte bei einer Veranstaltung in München daran, dass Morbidität und Mortalität bei HIV-Patienten sich in den vergangenen Jahren erheblich verändert haben. So sterben inzwischen nur noch etwa 30 Prozent der HIV-Patienten an den Folgen von Aids.

Vor kurzem wurde das neue Unternehmen ViiV Healthcare von GlaxoSmithKline (GSK) und Pfizer gegründet, um alle Aktivitäten der beiden Konzerne zu HIV und Aids zu bündeln (wir berichteten). Die gesamten Forschungsaktivitäten des neuen Unternehmens seien auf die Entwicklung neuer Präparate und Kombitherapien ausgerichtet, erläuterte Walli, der Medizinischer Direktor des neuen Pharmaunternehmens ist. Die Produktpalette von ViiV Healthcare decke den Replikationszyklus des HI-Virus vollständig ab.

Zwei Integrase-Hemmer bereichern die Pipeline

So befinden sich derzeit etwa zwei Integrase-Hemmer, zwei nicht-nukleosidische Reverse Transkriptase-Hemmer (NNRTIs) sowie ein CCR5-Antagonist in der Phase II der klinischen Entwicklung, wie Walli berichtete. Die höchsten Erwartungen würden dabei an die Entwicklung des Integrase-Hemmers geknüpft, der im kommenden Jahr in die Phase III gehen soll.

Bei den Integrase-Hemmern handelt es sich um Wirkstoffe, die das Enzym Integrase der Retroviren hemmen. Zur Erinnerung: Die Integrase ist außer der reversen Transkriptase und der Protease eines der drei Schlüsselenzyme im Replikationszyklus von HIV und für die Vermehrung des Virus essenziell. In den bisherigen Untersuchungen sei eine bislang "unerreichte antivirale Wirksamkeit" gegen die Integrase beobachtet worden, so Walli.

NNRTIs interagieren mit dem HIV-Enzym Reverse Transkriptase und behindern den Einbau physiologischer Nukleoside in das Virus-Erbgut. Die Protease sorgt dafür, dass Proteine für den Zusammenbau des Aids-Erregers bereitgestellt werden.

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