Bessere Therapien

Bedarf an Leber-Transplantaten stark gesunken

Durch die neuen Hepatitis-Therapien mit Medikamenten, die direkt in den Replikationszyklus des Virus eingreifen, ist der Bedarf an Lebertransplantationen deutlich gesunken.

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HANNOVER. Seit 2014 sind in Deutschland antivirale Medikamente (sogenannte DAAs – Direct Acting Antiviral Agents) zugelassen, die bei einer Hepatitis C-Infektion direkt in den Replikationszyklus des Virus eingreifen, erinnert die Deutsche Leberstiftung.

Aktuelle Daten aus dem Deutschen Hepatitis C-Register der Deutschen Leberstiftung zeigten, dass durch die neuen Behandlungsmöglichkeiten die Notwendigkeit für HCV-assoziierte Lebertransplantationen deutlich gesunken ist: Schon in den ersten drei Jahren nach Zulassung der ersten DAAs sei der Anteil der Hepatitis C-Patienten an allen Personen, die für eine Lebertransplantation gelistet waren beziehungsweise eine neue Leber erhalten haben, um mehr als 50 Prozent gesunken (J Hepatol 2018; online 6. August).

"Die Auswertung belegt auch, dass die antivirale HCV-Therapie der Patienten auf der Warteliste für eine Lebertransplantation hocheffektiv und sicher ist. Die Heilungsrate konnte von 32 Prozent (im Jahr 2010) auf 100 Prozent (im Jahr 2016) gesteigert werden", heißt es in der Mitteilung der Leberstiftung.

Insgesamt wurden die Daten zu den Lebertransplantationen der Jahre 2010 bis 2016 von elf Transplantationszentren im gesamten Bundesgebiet ausgewertet. Dabei wurden über 55 Prozent aller in diesem Zeitraum in Deutschland durchgeführten Lebertransplantationen berücksichtigt.

"Die Daten [zeigen] erstmals auch für Deutschland, dass die antivirale Hepatitis C-Therapie einen relevanten Einfluss hat", wird Studienautorin Professor Kerstin Herzer von der Uniklinik Essen zitiert. Der Rückgang der Lebertransplantationen für Hepatitis C-Patienten erhöhe für Patienten mit anderen Lebererkrankungen die Chance auf eine Transplantation, fügt Studienautor Professor Heiner Wedemeyer hinzu. (eb)

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