Ärzte Zeitung, 08.03.2010

Nachgefragt

"Die Kommunikation seitens der Politik war katastrophal"

"Die Kommunikation seitens der Politik war katastrophal"

© GSK, fotolia.com

Dass Impfstoff bevorratet wurde, war völlig verantwortungsvoll. Hätte die Politik den Impfstoff nicht bestellt und wäre die Epidemie dramatischer gewesen, wäre das Geschrei riesengroß. Die Impfung hatte schließlich einen eindeutigen epidemiologischen Hintergrund, man wollte die Schweinegrippe einfach eindämmen.

Was ich der Politik aber vorwerfen muss, ist die Öffentlichkeitsarbeit. Die Kommunikation war katastrophal, Dilettantismus pur. Das muss unbedingt anders laufen.

Die Versorgung in den einzelnen Bundesländern war sicherlich nicht optimal. Das Vorgehen sollte künftig vielleicht einheitlicher sein. Und auch der Impfaufwand insgesamt war für uns Hausärzte enorm. Die Honorierung von fünf Euro spottet jeder Beschreibung, wenn ich sehe, wie viel ich beraten musste.

Dr. Svend Huber, Allgemeinarzt aus Stutensee

Lesen Sie dazu auch:
Ernst oder harmlos? Daten zu Schweinegrippe lassen beide Schlüsse zu
Der Grippeimpfstoff wird zur Belastung der klammen Länderhaushalte
Adjuvantien sichern einen breiteren Impfschutz
Influenzasaison 2010/11 - wie sieht der Impfstoff aus?
Gesucht: geimpfte Schwangere
Normalzulassung für H1N1-Impfstoff

Nachgefragt:
"Für die Zukunft brauchen wir spezielle Impfärzte"
"In unserem Kühlschrank liegen noch 400 Dosen "
"Als Ärztin nehme ich diese Belastung gerne auf mich"

Lesen Sie dazu auch den Standpunkt:
Ist Schweinegrippe-Impfung verbranntes Geld?

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

1,4 Millionen Krebstote für 2019 erwartet

In diesem Jahr könnten in der gesamten EU mehr Menschen an Krebs sterben als noch vor Jahren. Doch es gibt auch eine gute Entwicklung. mehr »

Um den ÖGD steht es schlecht

Große Sorgen um den Öffentlichen Gesundheitsdienst äußern Bundesärztekammer und Robert Koch-Institut anlässlich des heutigen ersten „Tags des Gesundheitsamtes“. mehr »

Viel fernsehen erhöht Darmkrebs-Risiko

Bewegen sich Menschen, die jünger als 50 sind, wenig, steigt offenbar ihr Risiko für Darmkrebs. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Nurses' Health Study. mehr »