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Apomorphin zögert Tiefenhirnstimulation hinaus

BERLIN (gvg). Wenn Parkinson-Patienten in der Spätphase der Erkrankung immer häufiger zwischen Phasen guter und schlechter Beweglichkeit pendeln (On-Off-Phänomen), dann werden die therapeutischen Spielräume eng. Subkutanes Apomorphin kann in dieser Situation noch helfen.

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Vor allem bei Krankheitsverläufen, bei denen es zu starken On-Off-Fluktuationen kommt, sind die Symptome schwer zu kontrollieren.

Als letzte Option gilt hier oft die Tiefenhirnstimulation. Dr. Regina Katzenschlager vom Donauspital in Wien wies auf dem Weltparkinsonkongreß in Berlin darauf hin, daß es mit dem Dopamin-Agonisten Apomorphin (APO-go®) eine gute Alternative zu dieser invasiven Therapie gebe.

    Die Off-Phasen werden durch die subkutane Therapie mit Apomorphin in etwa halbiert.
   

Eine kontinuierliche, subkutane Apomorphin-Infusion habe eine stabilisierende Wirkung und könne sogar, anders als andere Dopamin-Agonisten, das Ausmaß von Dyskinesien deutlich verringern.

Ärzte könnten damit rechnen, daß sich die Zeit, die die Patienten täglich in einem Zustand schlechter Beweglichkeit (Off-Phase) verbringen, durch die subkutane Apomorphin-Therapie in etwa halbiere.

Katzenschlager berichtete auf einer vom Unternehmen Cephalon unterstützten Veranstaltung in Berlin von einer eigenen Untersuchung mit 64 Patienten, die auf eine Apomorphin-Behandlung eingestellt wurden. Die Patienten wurden im Mittel 33 Monate beobachtet. Bei 45 dieser Patienten konnte die begleitende L-Dopa-Behandlung abgesetzt werden, was die Verträglichkeit der Antiparkinson-Therapie verbesserte.

Ideale Kandidaten für eine Apomorphin-Behandlung seien Patienten mit schweren Krankheitsverläufen und häufigen Fluktuationen, die aber noch gut auf L-Dopa ansprechen, wie Dr. Lene Werdelin vom Bispebjerg Krankenhaus in Kopenhagen sagte.

Anders als die invasive Tiefenhirnstimulation eigne sich die Apomorphin-Behandlung auch für ältere Parkinson-Patienten und Patienten mit kognitiver Beeinträchtigung. Wichtig sei aber, daß Betreuungspersonen vorhanden sind - den Patienten müsse beim Umgang mit der Infusionspumpe oft geholfen werden müsse, so Werdelin.

Sind die Fluktuationen weniger ausgeprägt, also maximal fünf bis zehn Off-Phasen pro Tag, kommt auch eine Selbstbehandlung mit subkutanen Apomorphin-Spritzen in Frage: Sie werden vom Patienten immer dann verwendet, wenn sich eine Off-Phase ankündigt.

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