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Knochentumor: Benigne ist nicht gleich gutartig

MÜNCHEN (ner). Gutartige Knochentumoren sind nicht immer so ungefährlich wie ihr Name suggeriert. Aggressive benigne Läsionen können zu erheblichen Destruktionen und Lokalrezidiven führen oder metastasieren.

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Darauf macht der Tumororthopäde Professor Hans Roland Dürr vom Universitätsklinikum Großhadern in München in der Zeitschrift "Orthopädie & Rheuma" (2, 2005, 46) aufmerksam. Demnach werden 40 bis 50 Prozent der primären Knochentumoren als benigne klassifiziert. Allerdings sei diese Klassifikation nicht stringent, wie Dürr unter anderem am Beispiel des Riesenzelltumors (Osteoklastom) erläutert.

Diese osteolytische und lange asymptomatische Läsion befällt meist epimetaphysäre Knochenabschnitte. In zehn Prozent der Fälle treten pulmonale Metastasen auf. Der Spontanverlauf sei nicht absehbar, so Dürr. Bei ausgedehntem Befall könne sogar die Amputation von Extremitäten notwendig werden.

Wird ein Riesenzelltumor lediglich küretiert, liegt die Rezidivquote bei 50 Prozent. Aber auch nach adäquater Behandlung treten teilweise nach mehr als fünf Jahren noch Lokalrezidive und Lungenmetastasen auf.

Die meisten Exostosen sind asymptomatisch

Ein weiteres Beispiel: kartilaginäre Exostosen - knorpelbildende Tumoren, die 40 Prozent aller benignen Knochentumoren ausmachen. Es wird vermutet, daß ihr Ursprung in versprengten Teilen der Epiphysenfuge liegt. Zwar sind die meisten Exostosen asymptomatisch.

Bei entsprechender Lokalisation sind jedoch Gefäß- und Nervenkompressionen, etwa des Nervus peroneus, möglich. Multiple kartilaginäre Exostosen können Achs- und Längenabweichungen der Extremitäten verursachen. Zudem besteht bei multiplen kartilaginären Exostosen ein relativ hohes Risiko für eine maligne Entartung.

Auch Osteoblastome seien teilweise sehr destruktive Tumoren, die möglichst marginal, aber im Gesunden reseziert werden sollten. Wie die Behandlung bei Diagnose eines benignen Knochentumors aussehen sollte, bedarf oft einer sehr individuellen Entscheidung.

Sie kann von simplem Abwarten und Beobachten bis hin zu ausgedehnten Operationen - möglichst unter Funktionserhalt - reichen. Dürr spricht sich deshalb ausdrücklich für die Versorgung der betroffenen Patienten in spezialisierten Tumorzentren aus.

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