Ärzte Zeitung, 23.03.2006

Täglich viel Kaffee senkt wohl Brustkrebs-Risiko

Günstiger Effekt bei Frauen vor den Wechseljahren festgestellt / Ausschlaggebend ist wahrscheinlich das Koffein

BUFFALO (jzi). Bei Frauen, die viel Kaffee trinken, wird Brustkrebs deutlich seltener diagnostiziert als bei jenen, die auf den braunen Sud verzichten. Das haben Forscher bei Frauen vor dem Klimakterium beobachtet.

Eine Tasse Kaffee - nicht nur ein Genuß, sondern offenbar obendrein noch gesund. Foto: Deutscher Kaffeeverband

Die Wissenschaftler hatten Daten zur Ernährung von knapp 2000 Brustkrebs-Patientinnen erhoben und sie mit denen einer etwa gleich großen, gesunden Kontrollgruppe verglichen.

Das auffälligste Ergebnis: Frauen im Präklimakterium, die täglich vier oder mehr Tassen Kaffee tranken, hatten ein um 40 Prozent geringeres Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, als Frauen, die dieses Getränk nicht zu sich nahmen. Das sagte Studienleiterin Dr. Kirstin Moysich von der Universität Buffalo zur "Ärzte Zeitung".

Voraussetzung für das Ergebnis war, daß der Kaffee Koffein enthielt. Denn für die entkoffeinierten Sorten wurde eine Assoziation zur Häufigkeit von Brustkrebs-Erkrankungen nicht gefunden. Außerdem ergab sich ein Zusammenhang nur für Frauen vor den Wechseljahren, nicht aber, wenn das Klimakterium bereits vorüber war (J Nutr 136 (1), 2006, 166).

Die Korrelation zwischen Kaffeekonsum und Brustkrebs war auch dann noch vorhanden, wenn andere Faktoren wie das Vorkommen von Krebs in der Familie, Tabakkonsum und Körpergewicht berücksichtigt wurden. Wie die Korrelation zu erklären sei - darüber könne man nur spekulieren, so Moysich.

Kaffee enthalte ebenso wie Tee Polyphenole mit antioxidativen Eigenschaften, aber deutlich mehr Koffein. Dieses Alkaloid wurde früher als potentielles Kanzerogen eingeschätzt, doch neue Laborstudien hätten ergeben, "daß es das Wachstum von Krebszellen möglicherweise sogar hemmt".

Offenbar schützt Koffein vor Brusttumoren, indem es - wie schon länger bekannt - den weiblichen Hormonhaushalt beeinflußt. Damit könne es nach Ansicht der Wissenschaftlerin zusammenhängen, warum der günstige Effekt nach dem Klimakterium fehlt.

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