Ärzte Zeitung, 08.05.2013

Kommentar zur Kampagne

Die Pflege gibt es auch noch

Von Anno Fricke

Um die Pflege ist es still geworden. Zu still, wie die Pflegenden finden. Mit einer Graswurzelkampagne in den Wahlkreisen will der Deutsche Pflegerat die Pflegeprofession nun rechtzeitig vor der Bundestagswahl bei Politikern in Bund und Ländern wieder in Erinnerung bringen.

Die scheinen die politische Großaufgabe, die Pflege für den wachsenden Bedarf einer alternden Bevölkerung neu auszurichten, aus den Augen verloren zu haben. Die von der schwarz-gelben Koalition angekündigte Pflegereform ist eine weitgehend leere Hülse geblieben.

Es hapert schon bei den Grundlagen, auf die eine umfassende Pflegereform aufbauen müsste. Einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff gibt es noch nicht, das Pflegeberufegesetz ist festgefahren.

Der Prozess der Verkammerung der Pflegeberufe in den Ländern verläuft ebenfalls zäh. Es gibt gute Gründe gegen den Aufbau öffentlich-rechtlicher Strukturen in der Pflege. Es gibt aber mehr und bessere dafür.

Zum einen lässt sich nur über Kammern eine aussagekräftige Statistik aufstellen, wie viele beruflich Pflegende mit welcher Qualifikation es überhaupt gibt, und damit welcher Bedarf auf uns zurollt. Zum anderen ist eine Selbstverwaltung Voraussetzung, um die Pflege in das Gesamtsystem zu integrieren.

Lesen Sie dazu auch:
Pflege: Kampagne soll Politik wachrütteln

Topics
Schlagworte
Pflege (5317)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Ärzte gehen auf Gegenkurs zu Schokoriegel und Cola

Pädiater sind alarmiert: Adipositas bei Kindern wird zunehmend zu einem sozialen Problem. Jetzt setzen sie ihre eigene Agenda und gehen auf Distanz zur Ernährungsindustrie. mehr »

Debakel für ASS

Acetylsalicylsäure schützt ältere Menschen nicht vor Herz-Kreislauferkrankungen - im Gegenteil: Ihr Sterberisiko ist erhöht. Dieses überraschende Ergebnis offenbart die ASPREE-Studie. mehr »

Doktor THC und Mister Cannabidiol

Cannabis steht im Verdacht, Psychosen durch den Wirkstoff THC auszulösen. Die Pflanze enthält aber auch antipsychotische Substanzen, die die Hirnfunktion in kritischen Bereichen normalisiert. mehr »