Ärzte Zeitung online, 02.07.2015

Sauerstofftherapie

Spectaris sieht Defizite bei Umversorgung

Spectaris fordert bei der Umversorgung von Sauerstoffpatienten eine Stärkung der ärztlichen Rolle.

BERLIN. In Deutschland sind nach Angaben des Deutschen Industrieverbands für optische, medizinische und mechatronische Technologien (Spectaris) rund 400.000 Patienten auf eine regelmäßige Versorgung mit Sauerstoff in der häuslichen Versorgung angewiesen. Der Verband warnt nun vor Umversorgungen in der Therapie und fordert unter anderem, dass ärztliche Verordnungen für Sauerstofflangzeittherapien einschließlich der vorgegebenen Versorgungsform für Krankenkassen bindend sein sollen und durch diese nicht verändert werden dürfen.

Hintergrund sei, dass die Therapie zumeist auch die Mobilität des Patienten fördern, erhalten oder wieder herstellen solle. Dennoch würden immer wieder mobile Patienten ohne ärztliche Konsultation auf Veranlassung von Kassenmitarbeitern auf eine rein stationäre, für die Krankenkassen günstigere Versorgungsform umversorgt.

In diesem Zusammenhang fordert Spectaris, dass Umversorgungen auf andere Versorgungsformen nicht ohne erneute ärztliche Untersuchung und Verordnung vorgenommen werden dürfen. Dies solle sicherstellen, dass die Patienten insbesondere während ihrer Mobilitätsphasen nicht gefährdet werden . "Heute gibt es für jeden Patienten die passende Versorgungsform. Diese wird vom behandelnden Arzt festgelegt. Der Eingriff der Kassen in die ärztliche Therapiefreiheit kann für den Patienten erhebliche gesundheitliche Folgen haben", warnt Marcus Kuhlmann, Leiter des Fachverbands Medizintechnik bei Spectaris.

Ein weiteres Anliegen des Branchenverbandes ist es, dass die Erstattung aller Versorgungsformen der Sauerstofflangzeittherapie mit Produkten, die im Hilfsmittelverzeichnis gelistet sind, sichergestellt wird, um die Patientensicherheit und Qualität der Therapie zu gewährleisten.

Des Weiteren fordert Spectaris, dass Leistungserbringern die Haftungsrisiken für eine nicht ärztlich autorisierte Umversorgung nicht aufgebürdet werden dürfen. (maw)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Hunde im MRT hygienischer als bärtige Männer

Ist es hygienisch, Hunde in MRT-Scanner zu legen, mit denen primär Menschen untersucht werden? Ja, legt eine Studie nahe: Bärtige Männer bergen höhere Kontaminationsrisiken. mehr »

Starke Konzentration wird im Fall Valsartan zum Klumpenrisiko

Noch ist die Risikobewertung im Fall Valsartan nicht abgeschlossen. Aber der Vorgang zeigt die Risiken der starken Marktkonzentration. mehr »

Die Gesundheit der Bombenkinder

Seit Jahrzehnten berichten viele Hibakusha – so nennt Japan seine Atombombenopfer – regelmäßig vor Schülern und Interessierten aus dem In- und Ausland von dem Grauen, das sie und ihre Angehörigen erlebten. mehr »