Ärzte Zeitung, 08.06.2010

Kommentar

Alles, bloß keinen Imageschaden!

Von Dirk Schnack

Kündigung der Kooperationsverträge mit sofortiger Wirkung: Mit einem Paukenschlag beendet die Techniker Krankenkasse (TK) ihre Zusammenarbeit mit dem Atrio-Med-Betreiber. Angesichts der Probleme mit dem MVZ-Betreiber ist die Kündigung nachvollziehbar. Unverständlich ist aber, dass die TK die Reißleine still und heimlich ziehen wollte. Ihre Versicherten waren schon informiert, als die Kündigung durchsickerte.

Dass eine Kasse, die zur Eröffnung der Standorte mit großem Bahnhof die Öffentlichkeit einlud, sich nun durch die Hintertür ohne Angabe von Gründen zurückzieht, ist peinlich. Dies könnte bedeuten, dass man juristische Auseinandersetzungen fürchtet. Offenbar ist der Kasse ein Ende mit Schrecken lieber, als permanente Probleme. Für das Image der erfolgsverwöhnten TK war die Zusammenarbeit mit den MVZ desaströs. Ständige Negativberichte drohten auf die Kasse abzustrahlen.

In der öffentlichen Wahrnehmung wurde das Ziel, die Versorgung zu verbessern, nicht mehr erkannt. Stattdessen hatten die Zentren mit ständiger Kritik zu kämpfen. Der Betreiber hat darauf unangemessen reagiert. Medienanfragen wurden durch eine Anwaltskanzlei blockiert - so schafft man kein Vertrauen, sondern gibt Gerüchten neue Nahrung.

Lesen Sie dazu auch:
TK zerschneidet bei Atrio-Med das Tischtuch

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »

Rettungsgasse blockieren kostet 320 Euro

Länderkammer verschärft die Bußgeldhöhe, wenn Rettungsgassen nicht beachtet werden. mehr »

Palliativmedizin erfordert Zusatzqualifikation

Die Debatte um die Verpflichtung von Hausärzten zur Zusatzausbildung in Palliativmedizin schlägt hohe Wellen. In der KBV-Vertreterversammlung am Freitag wurde KBV-Vize Hofmeister nun grundsätzlich. mehr »