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Herzbericht

15 Prozent weniger Tote durch Herzschwäche

Die Sterblichkeit aufgrund von Herz-Kreislauferkrankungen ist in Deutschland teils beachtlich zurückgegangen. Dennoch gibt es keinen Grund zur Entwarnung.

Helmut LaschetVon Helmut Laschet Veröffentlicht:
Wenn das Herz schwächelt: Trotz sinkender Mortalität bleiben Herz-Kreislauf-Erkrankungen nach wie vor Todesursache Nummer 1

Wenn das Herz schwächelt: Trotz sinkender Mortalität bleiben Herz-Kreislauf-Erkrankungen nach wie vor Todesursache Nummer 1

© Jörg Lantelme / stock.adobe.com

BERLIN. Die Mortalität aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist im Jahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr teils beachtlich gesunken: um fast 15 Prozent auf 40.300 Gestorbene bei Herzinsuffizienz und um 4,6 Prozent auf 122.300 bei koronaren Herzkrankheiten.

Dies geht aus dem am Donnerstag von der Deutschen Herzstiftung und den kardiologischen Fachgesellschaften vorgestellten 30. Deutschen Herzbericht 2018 hervor.

Dennoch geben die Kardiologen keine Entwarnung: Mit insgesamt knapp 339.000 Todesfällen bleiben Herz-Kreislauf-Erkrankungen noch vor dem Krebs Todesursache Nummer 1.

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Mehr Investitionen in Forschung gefordert

Todesursachen

Insgesamt sind 2016 knapp 911.000 Menschen gestorben.

Haupttodesursache waren Herz-Kreislauf-Erkrankungen in 339.000 Fällen.

Erst an zweiter Stelle folgen bösartige Neubildungen mit 239.000 Todesfällen.

Herzstiftung und Fachgesellschaften fordern daher eine ähnliche politische Aufmerksamkeit für Herzkrankheiten wie im Kampf gegen den Krebs. Gegenwärtig werde doppelt so viel in die onkologische wie in die kardiologische Forschung investiert.

Die neue Patientenbeauftragte der Bundesregierung, die Herzchirurgin Professor Claudia Schmidtke, griff dies auf und sagte zu, sich für einen Nationalen Aktionsplan für Herz-Kreislauf-Erkrankungen stark zu machen. Die Herz-Spezialisten machen aber auch auf noch nicht oder wenig genutzte Verbesserungspotenziale aufmerksam:

Beispiel Prävention: Das Präventionsgesetz zeige bislang kaum Wirksamkeit. Immer noch seien 30 Prozent der Reha-Herzpatienten Raucher, 18 Prozent seien stark übergewichtig, 22 Prozent hätten Diabetes, so Professor Rainer Hambrecht von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie.

Präventionsprogramme müssten intensiver auf besonders gefährdete Bevölkerungsteile konzentriert werden.

Beispiel Plötzlicher Herztod: 65.000 Menschen jährlich erleiden ein plötzliches Herzversagen, 60.000 sterben daran. Ein großer Teil könnte gerettet werden, wenn sofort mit der Herzdruckmassage begonnen würde.

Die Quote der Laienreanimation sei in Deutschland mit 30 bis 35 Prozent „inakzeptabel“, sagte Professor Dietrich Andresen von der Deutschen Herzstiftung. Andere Länder erreichten eine Quote von bis zu 80 Prozent.

Regionale Unterschiede: Die niedrigste altersadjustierte Mortalität weisen Hamburg, Berlin und Baden-Württemberg mit 184, 187 und 200 Gestorbenen je 100.000 Einwohner auf.

An der Spitze liegen hingegen Sachsen-Anhalt, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern mit 295 bis 264 Gestorbenen – ein Mortalitätsunterschied von bis zu 60 Prozent.

Unsere nachfolgende Tabelle zeigt die regionalen Sterblichkeitsraten für mehrere ausgewählte Herzkrankheiten auf.

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Lesen Sie dazu auch: Herzbericht 2018: Weniger Tote durch Herzkrankheiten Kommentar: Luft nach oben

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