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Alterungsprozess der Lunge noch wenig geklärt

LÜBECK (ugr). Der Alterungsprozess der Lunge unterliegt funktionellen und immunologischen Prozessen, die bislang nur unzureichend geklärt sind. Auch eine altersgerechte evidenzbasierte Behandlung bei Lungenerkrankungen sei bislang nicht in Sicht, sagte Professor Christian Grohé aus Berlin.

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Chronisch verlaufende obstruktive Atemwegserkrankungen nehmen mit dem Alter stark zu. So betrage die COPD-Prävalenz bei über 70-jährigen Männern inzwischen 20 Prozent, so der Pneumologe.

Eine ähnliche Tendenz hat Grohé beim Bronchialkarzinom beobachtet: In der Evangelischen Lungenklinik Berlin sei das Durchschnittsalter der Lungenkrebskranken binnen eines Jahrzehnts um vier Jahre auf 69 Jahre gestiegen. "Insgesamt sehen wir deutlich mehr und deutlich ältere Patienten mit Lungenerkrankungen, die in aller Regel auch noch mehrere vorbehandelte Komorbiditäten aufweisen", so Grohé. Die Ursachen seien unklar.

Antikörperantwort auf Antigene im Alter verzögert

Umweltfaktoren, Übergewicht und Begleiterkrankungen führen in Kombination mit einer verminderten Lungenelastizität und einer beeinträchtigten Atempumpe zu einer messbaren Abnahme der Lungenfunktionsleistung im Alter. Auch die Immunologie der Lunge besitzt eine alterungsassoziierte Dynamik: Die Produktion von T-Lymphozyten lässt nach und geht mit einer verminderten T-Zell-Antwort einher. Und die Antikörperantwort auf Antigene ist im Alter verzögert.

Grohé: "Diese Veränderungen erklären jedoch nur unzureichend die Zunahme der Lungenerkrankungen im Alter." Gebe es weitere Erkenntnisse über altersabhängige Veränderungen der Lungenfunktion, müsse dies bei der Therapie bedacht werden. Der bisherige Therapiestandard sei maßgeblich auf Studien mit unter 65-jährigen Patienten zurückzuführen.

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