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Antibiotika bei Otitis media? Bedarfsrezept ist eine gute Lösung

TÜBINGEN (hub). Kollegen handeln richtig, wenn sie bei Kindern mit akuter Otitis media mit Antibiotika zurückhaltend sind. Bewährt hat sich: Die Eltern erhalten ein Rezept, das sie nur bei Bedarf einlösen.

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"Dieses Vorgehen ist sehr gut für die Praxis geeignet", sagte Professor Hans Peter Zenner von der HNO-Uniklinik Tübingen zur "Ärzte Zeitung". Denn die akute Mittelohrentzündung dauere sechs bis acht Tage und laufe ab "wie ein Uhrwerk.

Am dritten Tag sind die Schmerzen am stärksten", so Zenner. "Zu diesem Zeitpunkt kommen die meisten Eltern mit ihren Kindern zum Arzt." Dann klinge die Erkrankung aber bereits ab. "Hier zunächst mit Antibiotika zu warten, ist daher eine gute Strategie", so Zenner. Nehmen die Schmerzen jedoch nicht ab, haben die Eltern mit einem Bedarfsrezept die Möglichkeit, ein Antibiotikum in der Apotheke zu holen, ohne erneut zum Arzt zu müssen.

Daß so auch Antibiotika gespart werden können, bestätigt jetzt eine Studie mit 283 Kindern mit akuter Otitis (JAMA 296, 2006, 1235). Ein Teil der Eltern bekamen das Rezept für ein Antibiotikum wie üblich. Die anderen sollten es nur einlösen, wenn keine Besserung einträte. Das Ergebnis: In der Gruppe mit Bedarfsrezept lösten 62 Prozent das Rezept nicht ein, in der anderen Gruppe 13 Prozent.

"Absolut unverzichtbar und vorrangig vor Antibiotika sind a-Sympathomimetika zum Abschwellen der Tuben", erinnert Zenner. Denn die Otitis gehe mit einem Empyem einher. "Und wo Eiter ist, muß er raus." Abfließen könne der Eiter dann über die Tuben. Zenner rät, zusätzlich ein Tuch mit warmem Wasser aufs Ohr zu legen. Das sei ein auch in der Schulmedizin anerkanntes Hausmittel.

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