Zika-Infektion

Antikörpertest schafft schnell Klarheit

Forscher der Uniklinik Freiburg und des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin haben den Nutzen eines schnellen Tests zum spezifischen und sensitiven Nachweis von Zika-Virus-Antikörpern belegt.

Veröffentlicht:
Gab es eine Infektion mit dem Zika-Virus? Ein Bluttest ermöglicht eine rasche Diagnose.

Gab es eine Infektion mit dem Zika-Virus? Ein Bluttest ermöglicht eine rasche Diagnose.

© Astroid / fotolia.com

ULM. Ein neuer Test ermöglicht erstmals die eindeutige Diagnose einer durchgemachten Zika-Virus-Infektion. Dies stelle eine wichtige Erleichterung für eine rasche Diagnose und die Erfassung der Infektionen dar, teilt die Gesellschaft für Virologie (GfV) mit. Schwangere Reiserückkehrerinnen, die sich wegen einer möglichen Infektion sorgten, müssten künftig nicht mehr mehrere Tage auf ein Testergebnis warten, sondern hätten bereits nach wenigen Stunden Gewissheit.

Forscher der Universitätsklinik Freiburg und des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin konnten in einer aktuellen Untersuchung erstmalig den Nutzen des neuen, kommerziellen Bluttests auf Antikörper belegen.

"Dieser Test erkennt Zika-Virus-Antikörper zuverlässig und zeigt - im Gegensatz zu anderen Methoden - keine Kreuzreaktivität mit verwandten Viren", wird GfV-Expertin Dr. Daniela Huzly, Leiterin der Diagnostik am Institut für Virologie der Universitätsklinik Freiburg, in der Mitteilung zitiert.

Direkter Virusnachweis schwierig

"Einen verlässlichen und schnellen Test zum spezifischen und sensitiven Nachweis von Zika-Virus-Antikörpern zu Verfügung zu haben, stellt eine große Erleichterung für mögliche Infizierte und Ärzte dar", so Professor Thomas Mertens, Präsident der Gesellschaft für Virologie, in der Mitteilung. "Insbesondere für schwangere Reiserückkehrerinnen ist es - allein schon aus psychologischen Gründen - wichtig, rasch zu wissen, ob sie infiziert wurden oder nicht."

Die Diagnostik des Virus stellte Ärzte und Wissenschaftler bisher vor Herausforderungen, so die GfV: Bei einem akut erkrankten Patienten lässt sich das Zika-Virus durch einen Virus-Direktnachweis, einen PCR-Test, feststellen.

Der Nachteil: Dieser Test funktioniert nur in den ersten Tagen einer Erkrankung. "Da der PCR-Nachweis nur in einem sehr kurzen Zeitraum sicher möglich ist, muss bei den meisten Patienten eine serologische Untersuchung erfolgen, also ein Test auf Antikörper", erklärt die Virologin Huzly.

Aber: Die Antikörper, die der Körper gegen Zika-Viren bildet, weisen in den meisten bisherigen Bluttests eine ausgeprägte Kreuzreaktivität mit Antikörpern gegen verwandte Viren auf. Ein solcher Test reagiert also auch dann positiv, wenn Antikörper gegen andere Erreger im Blut zirkulieren, etwa gegen das FSME-, das Gelbfieber- oder das Dengue-Virus.

Diese Problematik stellt sich nicht nur bei Patienten, die eine dieser Erkrankungen bereits durchgemacht haben, sondern auch bei jenen, die in der Vergangenheit gegen eines dieser Viren geimpft wurden.

Weniger aufwändige Diagnostik

"Weitere aufwändige Tests mussten deshalb folgen, um herauszufinden, ob ein Patient tatsächlich mit dem Zika-Virus infiziert ist" so Huzly. Diese können auch nur in wenigen Speziallaboren stattfinden, etwa am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg.

Der neue Test hingegen ermögliche eine sehr viel weniger aufwändige Diagnostik und könne prinzipiell in jedem Labor vorgenommen werden, welches routinemäßig Antikörperbestimmungen durchführt (Euro Surveill. 2016; 21: pii=30203).

Die Gesellschaft für Virologie empfiehlt übereinstimmend mit dem Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin die Abklärung einer möglichen Zika-Virus-Infektion bei schwangeren Reiserückkehrerinnen, die sich in einem Verbreitungsgebiet des Zika-Virus aufgehalten haben und bei Männern, die aus einem Verbreitungsgebiet zurückgekehrt sind und eine schwangere Partnerin haben.

In beiden Fällen sollte die Abklärung auch erfolgen, wenn keine Symptome einer Erkrankung vorliegen.

Außerdem können sich Reiserückkehrer, die Symptome einer ZikaVirus-Infektion hatten - Fieber, Kopfweh, Abgeschlagenheit, Muskel- und Gelenkschmerzen, Hautausschlag und eine Bindehautentzündung - darauf testen lassen, ob sie eine Infektion durchgemacht haben. Die Infektion verläuft in den meisten Fällen jedoch relativ mild. (eb)

Mehr zum Thema

Sie fragen – Experten antworten

Brustkrebspatientin gegen Herpes zoster impfen?

Mykose der behaarten Kopfhaut

Tinea capitis: Von der Diagnose zur Therapie

Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 2: Infusionsschema der REGENCY-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Neue Therapieoption bei Lupus-Nephritis verfügbar

Obinutuzumab verbessert Nierenoutcomes bei Lupus-Nephritis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Ein todkranker Patient liegt in einem Bett auf der Palliativstation im Krankenhaus.

© ARMMY PICCA / stock.adobe.com

Palliativregisteranalyse

Menschen mit Krebs: Viel Schmerz am Lebensende