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Babys gehören nicht ins Elternbett

Wolfgang GeisselVon Wolfgang Geissel Veröffentlicht:

Jahrhunderte lang wurde davor gewarnt, Säuglinge zusammen mit ihren Müttern und/oder Vätern im Elternbett schlafen zu lassen. Man fürchtete einfach, dass die Kinder zu Schaden kommen könnten, wenn die Eltern versehentlich im Schlaf auf ihnen zu liegen kämen.

Heute werden diese Vorbehalte oft nicht mehr geteilt. Seit mehr als zehn Jahren wird das Bed-sharing von Elterngruppen und einigen Ärzten sogar propagiert. Das gemeinsame Schlafen im Familienbett erleichtert Müttern nachts das Stillen, so die Befürworter. Auch soll der enge Körperkontakt die Bindung zwischen den Eltern und dem Kind stärken.

Inzwischen häufen sich jedoch Studiendaten, dass das gemeinsame Schlafen mit den Eltern in einem Bett zumindest bei kleinen Säuglingen das Risiko für den Plötzlichen Kindstod (SIDS) erhöht. In einer niederländischen Studie war das SIDS-Risiko bei Bed-sharing im Alter bis zum abgeschlossenen zweiten Lebensmonat sogar neunmal so hoch wie bei Kindern dieser Altersgruppe ohne bekannte Risiken.

Zum Vergleich: Bei Säuglingen, bei denen beide Eltern rauchten, war das SIDS-Risiko etwa fünffach erhöht. Und: Das durch Bed-sharing stark erhöhte Sterberisiko lässt sich durch den protektiven Effekt von Stillen nicht kompensieren. Eltern kleiner Säuglinge sollte daher vom Bed-sharing abgeraten werden. Das Risiko wird in der Öffentlichkeit unterschätzt und ist daher ein wichtiger Teil der SIDS-Aufklärung.

Lesen Sie dazu auch: Im Elternbett ist Kindstod-Risiko erhöht

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