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Im Elternbett ist Kindstod-Risiko erhöht

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Im Elternbett ist Kindstod-Risiko erhöht.

Im Elternbett ist Kindstod-Risiko erhöht.

© Foto: Bilderbox

LEIDEN (jma). Niederländische Forscher warnen davor, Säuglinge unter vier Monaten zusammen mit den Eltern im Bett schlafen zu lassen. Das so genannte Bed-sharing hat in den vergangenen 20 Jahren stark zugenommen und erhöht offenbar das Risiko für den Plötzlichen Kindstod.

Der Plötzliche Kindstod (SIDS) ist in Deutschland die häufigste Todesursache bei Säuglingen und Kleinkindern unter zwei Jahren. In einer Fall-Kontroll-Studie aus den Niederlanden ist jetzt das gemeinsame Schlafen mit dem Säugling im Bett der Eltern (Bed-sharing) als Risikofaktor untersucht worden (Acta Paediatr 96, 2007,1399).

Bis 1990 war das gemeinsame Schlafen im Familienbett die Ausnahme. Um das Stillen zu fördern und um die Eltern-Kind-Bindung zu stärken, wurde seit den 90er-Jahren dann aber zum Beispiel von Ärzten und WHO-Experten das Bed-sharing empfohlen. In der Folge stieg die Zahl Plötzlicher Kindstode.

Alle 138 Säuglinge unter sechs Monaten, die von 1996 bis 2006 in den Niederlanden an SIDS gestorben waren, wurden für die Studie auf Risikofaktoren untersucht. Die Kontrollgruppe bestand aus 1628 gleichaltrigen Kindern.

Bed-sharing kam bei Kindern mit SIDS sehr viel häufiger vor als in der Kontrollgruppe: 26 Prozent der Babys mit SIDS waren im Bett der Eltern gestorben. In der Kontrollgruppe kam Bed-sharing nur bei neun Prozent der Familien vor. Wurden andere Risiken wie Rauchen der Eltern herausgerechnet, ergibt sich damit bei Babys im Alter zwischen einem und zwei Monaten ein 9-fach erhöhtes Risiko für SIDS bei Bed-sharing. Mit zunehmendem Alter wird das Risiko geringer: Nach zwei Monaten ist es noch 4-fach erhöht, nach drei Monaten noch 1,7-fach. Nach dem vierten Monat ist Bed-sharing kein statistisch signifikanter Risikofaktor mehr.

Ein weiteres Ergebnis der Analyse: Das Risiko für SIDS bei nur einem rauchenden Elternteil ist bereits um mehr als das Zweifache erhöht; wenn Mutter und Vater rauchen, erhöht es sich sogar um den Faktor fünf. Die Rauchgewohnheiten der Eltern hatten dabei einen ausgeprägten zusätzlichen Effekt zum Bed-sharing. Durch Stillen - was bekannterweise das Risiko von SIDS mindert - wird das mit Bed-sharing verbundene Risiko nach den Ergebnissen der neuen Studie nur gering verringert.

Was vor Plötzlichem Kindstod schützt

  • Schlafen im Elternzimmer, aber nicht im elterlichen Bett,
  • Schlafen in Rückenlage,
  • Verwendung eines Schlafsacks statt eines Überbetts,
  • Überwärmung vermeiden,
  • Verzicht auf Rauchen in der Wohnung mit einem Kind,
  • Stillen bis mindestens zum vierten Monat. (jma)

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Babys gehören nicht ins Elternbett

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