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Therapie-Standard bei Frauen

Behandelt wird oral, subkutan oder intravenös

Patienten mit hohem Frakturrisiko benötigen eine spezifische Osteoporose-Therapie. Für Frauen gibt es dazu jetzt viele Optionen.

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Bei Osteoporose-Kranken verringert eine konsequente Therapie das Risiko für weitere Frakturen.

Bei Osteoporose-Kranken verringert eine konsequente Therapie das Risiko für weitere Frakturen.

© Foto: Radu Razvanwww.fotolia.de

Beträgt das 10-Jahres-Risiko für Wirbelkörper- und proximale Femurfrakturen mehr als 30 Prozent, ist eine spezifische medikamentöse Therapie notwendig. Das ist nach der DVO-Leitlinie etwa bei einer 70- bis 75-jährigen Frau oder einem 80- bis 85-jährigen Mann der Fall, die noch keine Wirbelfraktur hatten, aber bei der Knochendichtemessung nach der DXA (Dual-X-Ray-Absorptiometrie)-Methode einen T-Wert von minus 2,5 oder darunter haben.

Mit dem T-Wert wird die Standardabweichung von der durchschnittlichen Knochendichte eines jungen Erwachsenen angegeben. Haben Frauen und Männer in den zuvor genannten Altersgruppen weitere Risikofaktoren wie Rauchen oder proximale Femurfraktur eines Elternteils, wird bereits bei einem T-Wert von minus 2,0 oder darunter eine spezifische Therapie empfohlen. Patienten mit Wirbelfraktur benötigen wegen des hohen Risikos für weitere Frakturen in jedem Fall eine spezifische Therapie.

Mittel der ersten Wahl für Frauen in der Postmenopause mit Osteoporose sind nach der DVO-Leitlinie die drei Bisphosphonate Alendronat, Risedronat und Ibandronat, der selektive Östrogenrezeptor-Modulator Raloxifen, Strontiumranelat sowie das Parathormonfragment Teriparatid.

Alendronat (etwa Fosamax®) und Risedronat (Actonel®) sind als Tabletten zur einmal täglichen Therapie sowie als Wochentablette erhältlich. Beide Bisphosphonate schützen vor Wirbel- und Hüftfrakturen. Ibandronat (Bonviva®) gibt es als Monatstablette und als Quartalsspritze zur i.v.-Injektion. Das Mittel schützt vor Wirbelfrakturen und nach einer gepoolten Datenanalyse auch vor nicht-vertebralen Frakturen.

Raloxifen (Evista®) wird täglich oral eingenommen - unabhängig von den Mahlzeiten. Es schützt vor Wirbelfrakturen und mindert außerdem das Brustkrebs-Risiko deutlich.

Strontiumranelat (Protelos®) hemmt nicht nur wie die zuvor genannten Substanzen die Knochenresorption, sondern regt gleichzeitig die Knochenneubildung an. Die Substanz zur täglichen oralen Therapie schützt Frauen anhaltend vor Wirbel- und Hüftfrakturen.

Das Parathormonfragment Teriparatid (Forsteo®) fördert den Knochenaufbau; es wird täglich subkutan injiziert und reduziert bei Frauen mit manifester Osteoporose Wirbel- und Hüftfrakturrate.

Für Frauen in der Postmenopause mit Osteoporose zugelassen, aber noch nicht in der Leitlinie berücksichtigt ist auch das rekombinante, naturidentische Parathyroidhormon (PTH 1-84, Preotact®). Das osteoanabole Mittel schützt bei täglicher subkutaner Therapie vor Wirbelbrüchen.

Bei dem erst seit einem Jahr bei Osteoporose zugelassenen Bisphosphonat Zoledronat (Aclasta®) genügt die einmal jährliche i.v.-Therapie. Hiermit wurden bei postmenopausalen Frauen die Wirbel- und die Hüftfrakturrate signifikant reduziert.

Weitere Optionen: Etidronat, Alfacalcidol, Calcitonin, Fluoride, Nandrolondecanoat. Der Frakturschutz ist hiermit weniger gut belegt. (ikr)

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