Direkt zum Inhaltsbereich

Beinvenenthrombosen häufig in Call-Centern

NEU-ISENBURG (ug). "Schreibtisch-Thrombose" ist eigentlich eine bessere Bezeichnung als "Economy-Class-Syndrom" für tiefen Beinvenen-Thrombosen durch langes, beengtes Sitzen. Denn offenbar treten solche Thrombosen bei langen Arbeitszeiten am Computer häufiger auf als bei Langstreckenflügen.

Veröffentlicht:

Hinweise darauf hat eine Studie aus Neuseeland ergeben. Professor Richard Beasley und sein Team aus Wellington haben 62 Patienten unter 65 Jahren, die mit tiefen Beinvenen-Thrombosen ins Krankenhaus eingeliefert wurden, untersucht. 21 von ihnen (34 Prozent) hätten vorher lange Zeit am Schreibtisch gesessen, nur 13 (21 Prozent) hätten vorher Langstreckenflüge absolviert, berichtete Beasley in BBC online über die Ergebnisse der bisher unveröffentlichten Studie. Einige der Patienten hatten zwölf bis 14 Stunden lang am Computer gearbeitet.

"Manche waren dabei drei bis vier Stunden lang nicht aufgestanden", so Beasley. Besonders groß sei das Risiko für Mitarbeiter von IT-Abteilungen und Call-Centers, die ihre Computer fast nicht verlassen können. Ähnliche Ergebnisse hat das neuseeländische Team schon 2003 vorgestellt. Die neue, kleine Follow-up-Studie soll demnächst im New Zealand Medical Journal erscheinen.

Arbeitsmediziner wie Professor Cary Cooper von der Universität Lancaster in Großbritannien sind von diesen Ergebnissen nicht überrascht. Die Menschen arbeiteten heute länger als früher am Schreibtisch, so Cooper zu BBC online. Oft nähmen sie sich nicht mal Zeit für eine richtige Mittagspause, sondern essen im Büro, während sie weiterarbeiten. Kommunikation über E-Mails in den Büros verhindere heute außerdem, dass man aufsteht und zu den Kollegen geht.

Ratschläge, die man Menschen, die am Computer arbeiten, geben kann sind dieselben, die man Reisenden mit auf den Weg gibt: regelmäßig aufzustehen, herumzugehen und sich durchzustrecken.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Therapie je nach Risiko

Akute Lungenembolie: Was die optimale Therapie ausmacht

Datenbankstudie

Wann DOAK wieder ansetzen nach Darmspiegelung?

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Opioid-induzierte Obstipation

Paradigmenwechsel in der Behandlung: Vom Stuhl zum Nervensystem

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Grünenthal GmbH, Aachen
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Frau joggt durch einen Wald.

© lzf / Stock.adobe.com

Kleine konkrete Schritte

So lassen sich Patienten zu mehr Therapieadhärenz motivieren