Methacholinprovokation

Berufsasthma – Provokationstest mit rationalem Aufwand

Zur Diagnose eines Berufsasthmas wird eine unspezifische Methacholinprovokation empfohlen, gefolgt von einem spezifischen Provokationstest unter Laborbedingungen mit dem verdächtigen Arbeitsstoff.

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BERLIN. Allergisch verursachte obstruktive Atemwegserkrankungen wie das Asthma bronchiale zählen in Deutschland zu den häufigsten Berufskrankheiten. Meistens sind natürlich vorkommende hochmolekulare Allergene wie Mehlproteine, Latexpartikel oder Tierhaare die Auslöser, nur bei etwa zehn Prozent ist ein Berufsasthma auf Exposition zu niedermolekularen Allergenen (Haptene) am Arbeitsplatz wie Isocyanate oder Platinsalze zurückzuführen. Diese Stoffe entfalten erst nach Adduktbildung mit einem körpereigenen Eiweiß allergene Potenz.

Zu den Kriterien für ein Asthma durch Irritanzien (engl. reactive airway dysfunction syndrome, RADS) zählt seit den Erfahrungen nach 9/11 außerdem eine hohe Staubexposition, berichtete der Arbeitsmediziner Professor Dr. Dennis Nowak vom Universitätsklinikum München beim Allergo Update in Berlin. Bei den Rettungskräften wurde bekanntlich eine signifikante Häufung von Atemwegserkrankungen beobachtet.

Die Diagnose eines Berufasthmas ist aufwändig. Als erster Schritt wird eine unspezifische Methacholinprovokation empfohlen (nach mindestens zwei Wochen mit relevanter Exposition), gefolgt von einem spezifischen Provokationstest unter Laborbedingungen mit dem verdächtigen Arbeitsstoff.

Die Provokationstests sollten aber mit rationalem Aufwand erfolgen, betonte Nowak. Eine Messung am Tag 1 mit einer Kontrollsubstanz, wie in der europäischen Leitlinie der ERS (European Respiratory Society) empfohlen (ERJ 2014; 43: 1573-1587), ist nach seiner Ansicht unnötig. Nur bei zirka 20 Prozent der Patienten mit einem Asthma bronchiale, die über eine Verschlimmerung der Symptomatik am Arbeitsplatz berichten, falle der Provokotionstest mit der vermuteten Substanz positiv aus. Nur bei diesen sei ein Kontrolltest sinnvoll.

Zu den nächsten Schritten in der Diagnostik eines Berufsasthmas zählen Messungen spezifischer IgE-Spiegel oder Hauttests mit den verdächtigen Arbeitsstoffen sowie serielle Peak-flow-Messungen über vier Wochen (mit/ohne Arbeitsexposition), berichtete Nowak.

Hat sich der Verdacht eines Berufsasthmas bestätigt, ist die Expositionsreduktion die Schlüsselmaßnahme in der Behandlung solcher Patienten, sagte der Münchner Experte. Das heißt: Betroffene sollten innerbetrieblich möglichst an anderen Stellen eingesetzt werden, wo sie nicht mit den betreffenden Allergenen beziehungsweise Irritanzien in Kontakt kommen.

Auch prophylaktisch sollten allergiekranke Jugendliche bereits entsprechend beraten werden. Ein positiver Pricktest auf verbreitete Aeroallergene sowie eine bronchiale Hyperreagibiltiät erhöhen die Wahrscheinlichkeit für eine spätere Asthmaerkrankung. Berufe, bei denen sie mit solchen Stoffen in Kontakt kommen, sollten die Betroffenen dann besser meiden. (rf)

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