Neue Kombitherapien

Bessere Blutzuckerwerte, weniger Gewicht

In Kombitherapien addieren sich die blutzuckersenkenden Effekte von SGLT-2- Hemmern und GLP-1-Agonisten. Die neuen Therapien reduzieren zudem Gewicht und Hypoglykämien.

Von Wolfgang GeisselWolfgang Geissel Veröffentlicht:

FRANKFURT/MAIN. Mit neuen Antidiabetika lässt sich häufig auf individuelle Therapie-Erfordernisse von Patienten mit Typ-2-Diabetes besonders gut eingehen. Wirksamkeit und Sicherheit vieler neuer Kombitherapien sind dabei in Studien belegt, wie Professor Baptist Gallwitz aus Tübingen bei einer Veranstaltung von OmniaMed in Frankfurt berichtet hat.

Dass sich langwirksame GLP-1- Agonisten gut mit Basalinsulin kombinieren lassen, zeigen Ergebnisse der AWARD-9-Studie mit Dulaglutid und Insulin glargin. Außer einer effektiven HbA1c-Senkung fördert die Kombination auch die Gewichtsreduktion, sagte Gallwitz bei der Veranstaltung. An der Phase-III-Studie nahmen 300 Typ-2-Diabetiker teil (initialer HbA1c-Wert im Schnitt bei 8,4 Prozent). Zusätzlich zur Therapie mit Glargin bekamen die Patienten entweder Dulaglutid 1,5 mg oder Placebo; in beiden Gruppen wurde das Basalinsulin bis zum HbA1c-Ziel auftitriert.

Ergebnis: Nach 28 Wochen Therapie war der HbA1c unter Dulaglutid im Mittel um 1,44 Prozentpunkte gesunken und damit deutlich stärker als unter Placebo (0,67 Prozentpunkte). Patienten mit Dulaglutid nahmen zudem im Mittel 1,9 kg ab, Patienten der Placebogruppe hingegen 0,5 kg zu. Und schließlich brauchten Patienten der Verumgruppe auch deutlich weniger Insulin (51.4 vs. 64.6 Einheiten).

Weitere neue Optionen sind Dreifachtherapien mit Antidiabetika ohne Insulin. Gallwitz stellte hierzu Ergebnisse einer Behandlung mit Metformin plus dem GLP-1-Agonisten Exenatid (einmal wöchentlich) und dem SGLT-2-Hemmer Dapagliflozin vor. In der DURATION-8-Studie ergab sich eine effektive, fast additive HbA1c-Senkung der Substanzen, deutlicher Gewichtsverlust und eine systolische Blutdrucksenkung. Die Hypoglykämieraten wurden nicht erhöht.

In der Studie waren 685 Typ-2-Diabetiker mit unzureichender Metformintherapie (HbA1c im Mittel 9,3 Prozent) nach dem Zufallsprinzip einer von drei Gruppen zugewiesen worden: Die erste Gruppe erhielt zusätzlich Exenatid (einmal wöchentlich) die zweite Gruppe Dapagliflozin und die dritte beide Substanzen.

Ergebnis: Mit einer zusätzlichen Substanz wurde der HbA1c binnen 28 Wochen um 1,4 bis 1,6 Prozentpunkte gesenkt, mit beiden Substanzen um 2 Prozentpunkte. In allen drei Gruppen verloren die Patienten an Gewicht: -1,5 kg (Exenatid), -2,2 kg Dapagliflozin, -3,4 kg (beide Substanzen).

Ein weiteres Argument für neue Kombinationen: Auch der kardiovaskuläre Nutzen könnte dafür sprechen, so Gallwitz. Dieser ist für den SGLT-2-Hemmer Empagliflozin und den GLP-1-Agonisten Liraglutid belegt.

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