Chondroitin lindert die Zystitis-Symptome

HAMBURG (grue). Bei nicht-infek- tiösen Blasenentzündungen ist Chondroitinsulfat eine Therapieoption, denn es stärkt die Schutzfunktion der Harnblasenwand. Eine offene Studie bestätigt die gute Wirksamkeit der Behandlung.

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Patienten mit interstitieller Zystitis, Strahlenzystitis oder anderen abakteriellen Blasenentzündungen leiden unter Harndrang, verringerter Blasenkapazität und urogenitalen Schmerzen. Dagegen helfen wiederholte intravesikale Behandlungen mit Chondroitinsulfat (Uropol®-S). Mit der hochgereinigten sterilen Lösung soll die gestörte Schleimhautbarriere wiederhergestellt werden.

In einer Anwendungsbeobachtung mit 223 Patienten wurde die 0,2prozentige-Chondroitinsulfat-Lösung anfangs wöchentlich, dann monatlich insgesamt achtmal instilliert. Binnen drei Monaten reduzierte sich die Miktionsfrequenz von im Mittel 14mal auf neunmal täglich, wie Professor Jörgen Nordling aus Herlev in Dänemark auf einer Veranstaltung des Unternehmens Pohl-Boskamp in Hamburg berichtet hat.

Nachts mußten die Patienten statt viermal nur noch etwa zweimal zur Toilette, was als wesentliche Erleichterung empfunden wurde. "Auch der Harndrang und die Schmerzen ließen langsam aber deutlich nach", sagte der Urologe. 80 Prozent der Patienten beurteilten am Ende der Studie den Therapieerfolg als gut bis sehr gut.

"Nach diesem Behandlungskonzept werden fehlende oder geschädigte Schleimhautkomponenten ersetzt und das scheint wirklich zu funktionieren", so Nordling. Chondroitinsulfat sei eine körpereigene Substanz und daher gut verträglich. Die hochgereinigte sterile Lösung sei als Medizinprodukt verschreibungspflichtig und erstattungsfähig.

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