Impfkomplikationen

Corona-Impfung: Sicherheitsbericht des PEI bringt keine Überraschungen

92,4 Millionen Impfungen gegen SARS-CoV-2, knapp 132.000 Einzelfallberichte zu Verdachtsfällen von Nebenwirkungen oder Impfkomplikationen. Das ist die Bilanz des Paul-Ehrlich-Instituts zum 1. August.

Veröffentlicht:
24 Fälle von Herzmuskelentzündungen im Zusammenhang mit einer mRNA-Impfung bei Jugendlichen meldet das Paul-Ehrlich-Institut – etwas mehr als statistisch zu erwarten wären.

24 Fälle von Herzmuskelentzündungen im Zusammenhang mit einer mRNA-Impfung bei Jugendlichen meldet das Paul-Ehrlich-Institut – etwas mehr als statistisch zu erwarten wären.

© Christian Charisius / dpa

Langen. Von Beginn der Impfkampagne gegen COVID-19 bis zum 1. August sind 131.671 Verdachtsfälle auf Nebenwirkungen oder Impfkomplikationen im Zusammenhang mit der Impfung aus Deutschland gemeldet worden. Das geht aus dem aktuellen Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) hervor, der am Freitag veröffentlicht worden ist.

Demnach haben sich auch in Deutschland die in anderen Ländern beobachteten unerwünschten Wirkungen gezeigt. So seien beispielsweise „nach Impfung von Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren mit Comirnaty® bis Ende Juli 24 Fälle einer Myo-/Perikarditis beobachtet“, davon 22 bei männlichen Jugendlichen.

Die Daten wiesen darauf hin, dass „mehr Fälle einer Myo-/Perikarditis bei Jugendlichen im Monat nach der Impfung mit Comirnaty (n=24 bei mehr als 1,3 Millionen Impfdosen) berichtet wurden, als statistisch zufällig in der geimpften Kohorte der Jugendlichen zu erwarten waren (n=10)“, schreibt das PEI und zieht daraus den Schluss: „Unter Berücksichtigung der Seltenheit der Berichte und dem offenbar zumeist blanden Verlauf ist das Nutzen-Risiko-Verhältnis der mRNA-Impfstoffe weiterhin positiv.“

Erhöhtes CRP bildete sich wieder zurück

Die Patienten – vorwiegend gesunde junge Männer, die ins Krankenhaus eingeliefert wurden – hätten sich ausnahmslos mit Brustschmerzen vorgestellt, die häufig in kurzem Abstand von zwei bis drei Tagen nach einer zweiten mRNA-Impfung auftraten. Einige Patienten berichteten zudem auch über Fieber und Myalgie. In den publizierten Fallberichten hätten die Patienten erhöhte kardiale Troponinwerte mit einem Peak wenige Tage nach der Impfung gehabt.

Das EKG habe bei den meisten Patienten ST-Hebungen gezeigt, während das Echokardiogramm nur bei 40 Prozent der Fälle auffällige Befunde aufwies. Die Werte des C-reaktiven Proteins seien mehrheitlich erhöht gewesen und hätten zusammen mit den Troponinwerten während des Krankenhausaufenthalts abgenommen. Die Symptome hätten sich bei fast allen Patienten mit oder ohne Behandlung zurückgebildet.

1,4 Meldungen je 1000 Impfdosen

Insgesamt sind in Deutschland laut PEI bis zum 31. Juli 92.376.787 Impfdosen verimpft worden, davon fast 69 Millionen Dosen Comirnaty® von BioNTech/Pfizer, 8,5 Millionen Spikevax® von Moderna, 12,5 Millionen Dosen Vaxzevria® von AstraZeneca und 2,4 Millionen COVID-19-Impfstoff Janssen.

Die Melderate betrug für alle Impfungen mit COVID-19-Impfstoffen 1,4 Fälle pro 1000 Impfdosen, für schwerwiegende Fälle lag sie bei 0,2 (aufgerundet) pro 1000 Impfdosen. (ger)
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Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Dr. Thomas Georg Schätzler

In diesem Zusammenhang Zitat aus dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) zum Punkt 4.6. Todesfälle nach Impfung gegen COVID-19:

"SICHERHEITSBERICHT - Verdachtsfälle von Nebenwirkungen und Impfkomplikationen nach Impfung zum Schutz vor COVID-19 seit Beginn der Impfkampagne am 27.12.2020 bis zum 31.07.2021".

Denn diese bedauerlichen Fakten sollten nicht ausgeblendet, sondern offen diskutiert werden. Sie müssen allerdings ins Verhältnis zur offiziellen Einwohnerzahl und zur Sterberate gesetzt werden: 982.453 Sterbefälle im Jahr 2020 bei Personen im Alter von 12 Jahren und älter bzw. 73.918.151 Einwohner in dieser Altersgruppe.

"4.6. Todesfälle nach Impfung gegen COVID-19
In 1.254 Verdachtsfallmeldungen wurde über einen tödlichen Ausgang in unterschiedlichem zeitlichem Abstand zur Impfung berichtet. In 48 Fällen hält das Paul-Ehrlich-Institut einen ursächlichen Zusammenhang mit der jeweiligen COVID-19-Impfung für möglich oder wahrscheinlich. Das Paul-Ehrlich-Institut hat 31 Fälle einer Thrombose mit Thrombozytopenie und sieben Fälle einer
Thrombozytopenie/idiopathischen thrombozytopenischen Purpura (ITP) mit
tödlichem Ausgang nach Vaxzevria bzw. COVID-19-Impfstoff Janssen gemäß den
WHO-Kriterien als konsistent mit einem ursächlichen Zusammenhang beurteilt. Dies gilt auch für zwei Fälle einer Hirnblutung nach Vaxzevria, davon ein Fall mit Nachweis von Anti-PF4-Antikörpern und zwei Todesfällen nach Vaxzevria bei zwei Männern, bei denen im Rahmen der Autopsie eine Sinusvenenthrombose festgestellt wurde. Zusätzlich verstarben zwei Patienten an den Folgen eines Guillain-Barré-Syndroms (GBS) nach Vaxzevria; ein ursächlicher Zusammenhang kann nicht ausgeschlossen werden.
(Fortsetzung folgt)

Dr. Thomas Georg Schätzler

(Fortsetzung)
Im Rahmen einer Obduktion wurden ein Fall eines akuten Rechtsherzversagens
bei fulminanter Thrombosierung der Lungenarterie nach Comirnaty sowie drei
Fälle eines akuten Linksherzversagens mit myokardialen, lymphozytären Infiltrationen im Sinne einer möglichen Myokarditis nach Comirnaty (n=1), Spikevax (n=1), Vaxzevria (n=1) als wahrscheinlich oder gesichert im
Zusammenhang mit der Impfung beschrieben.
Basierend auf Daten des Statistischen Bundesamts (abgerufen am 04.08.2021)
mit 982.453 Sterbefällen im Jahr 2020 bei Personen im Alter von 12 und älter
bezogen auf 73.918.151 Einwohner in dieser Altersgruppe (12 Jahre und älter) in
Deutschland, ergibt sich in der Observed-versus-Expected-Analyse kein Signal für
eine insgesamt erhöhte Sterblichkeit nach COVID-19-Impfstoff-Gabe. Verglichen
wurde die erwartete Zahl von Todesfällen in einem Zeitfenster von 30 Tagen mit
allen gemeldeten Todesfällen, auch solchen außerhalb des gewählten Zeitfensters und solchen, bei denen das Zeitintervall nach Impfung unbekannt war."

Mf+kG, Ihr Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund


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