Entzündungsmechanismus entdeckt

Der Entstehung von Rheuma auf der Spur

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Greifswald. Eine internationale Forschergruppe hat einen neuartigen Entzündungsmechanismus entdeckt, der für Patienten mit Rheumatoider Arthritis in Zukunft neue Therapiemöglichkeiten bieten könnte, berichtet die Universität Greifswald.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass es in Makrophagen bei einer entzündlichen Form des Zelltods zu einer Aktivierung von Enzymen, den Peptidylarginin-Deiminasen, kommt (J Immunol 2019; 203:795-800).

Diese Form des entzündlichen Zelltods wurde zuvor bereits bei Rauchern in Lungenproben nachgewiesen und könnte eine Erklärung dafür sein, warum sich eine Rheumatoide Arthritis überproportional häufig bei Rauchern entwickelt.

ACPAs als wichtige Marker

Ein wichtiger diagnostischer Marker zum Nachweis einer Rheumatoiden Arthritis sind bekanntlich anti-citrullinierte Peptid-Antikörper (ACPAs). Das Vorkommen von Autoantikörpern gegen citrullinierte Eiweißmoleküle bei Rheumatoider Arthritis deutet darauf hin, dass eine gestörte Aktivität von Enzymen, die das Arginin zu Citrullin umwandeln, zur Entstehung der Krankheit beitragen. Diese Enzyme werden Peptidylarginin-Deiminasen (PAD) genannt.

Die Abfolge von Ereignissen, die zur Aktivierung dieser PAD-Enzyme während einer Entzündungsreaktion führen, ist derzeit noch nicht genau bekannt. Das Forscherteam berichtet, dass es in Makrophagen zu einer ausgeprägten Citrullinierung körpereigener Proteine kommt, wenn diese Zellen einen entzündlichen Zelltod sterben.

„Darüber hinaus konnten wir erkennen, dass eine Blockade der PAD-Enzyme auch die gesundheitsgefährdende Entzündung durch das ‚Inflammasom‘ – einem Eiweißkomplex in den Fresszellen, vermindert“, wird Studienleiter Privatdozent Dr. Lukas Bossaller in der Mitteilung der Uni Greifswald zitiert.

„Das ist insofern ein wichtiges Ergebnis unserer Studie, weil sich daraus neue und erfolgversprechende Therapieansätze für betroffene Patienten entwickeln könnten.“ (eb)

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