Britische Studie

Diabeteshunde erschnüffeln Hypoglykämien

Diabeteswarnhunde sollen ihre Halter bei Hypoglykämien alarmieren. Das Vermögen der Tiere ist sehr verschieden, ergab eine britische Studie.

Veröffentlicht: 20.03.2019, 10:10 Uhr

BRISTOL. Diabeteswarnhunde erkannten in einer britischen Studie im Mittel 70 Prozent aller Hypo- und Hyperglykämien. Tierärzte und die für die Ausbildung zuständige Stiftung Medical Detecting Dogs haben für die Studie Daten von 27 Hundebesitzern zu über 4000 hypo- und hyperglykämischen Episoden ausgewertet.

Es offenbarten sich dabei große Unterschiede im Leistungsniveau der Tiere: 21 Hunde erreichten eine mediane Sensitivität von mindestens 50 Prozent. Insgesamt erkannten die Tiere 83 Prozent der Hypoglykämien und 67 Prozent der Hyperglykämien (PLoS ONE 2019; 14: e0210092).

Manchmal gaben die Hunde auch falschen Alarm. Doch mit einem positiven Vorhersagewert (PPV) von im Mittel 81 Prozent korrelierten die meisten Warnungen mit deutlich zu hohen oder zu niedrigen Glukosewerten.

Es gab aber große Unterschiede: Während bei zwei Hunden mehr als jeder zweite Alarm ein Fehlalarm war, hatten sich vier Hunde kein einziges Mal geirrt (PPV 100 Prozent).

Kürzlich trainierte Hunde warnten dabei zuverlässiger als Hunde mit länger zurückliegender Ausbildung. Die geringere Sensitivität bei Hyperglykämien hat die Forscher nicht überrascht: „Die Tiere werden auf das Erkennen von Hyperglykämien nicht explizit trainiert, viele Hunde schlagen aber von sich aus an.

Mit der entsprechenden Belohnung verfestigt sich dieses Verhalten.“ Da im Gegensatz zu niedrigen Blutzuckerspiegeln hohe Glukosewerte mit Dauer der Tier-Mensch-Beziehung zunehmend sicherer vom Hund erkannt werden, glauben die Studienautoren, dass Hunde Hyperglykämien nicht wie Hypoglykämien „erschnüffeln“, sondern am Verhalten des Besitzers erkennen.

Nicht zuletzt spielte auch der Charakter des Tieres eine Rolle. Manche Hunde erkunden auch einmal, wie ihr Besitzer reagiert, wenn sie keinen Alarm geben, so die Studienautoren.

Für die Zuverlässigkeit sei somit neben einer gründlichen Ausbildung und einem regelmäßigen Training nicht zuletzt die gewissenhafte Auswahl der Hunde entscheidend, so das Resümee der Tiermediziner. (dk)

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