Schottland

Diphtheriefälle durch Impf-Defizite

Diphtherie gibt es noch in vielen Ländern. Schutz ist wichtig, zeigen Fälle aus Schottland.

Veröffentlicht: 11.11.2019, 14:43 Uhr

Edinburgh / Berlin. Zwei Fälle von Diphtherie in einer Klinik in Edinburgh haben in Schottland für Aufsehen gesorgt. Die Betroffenen waren von einer Reise in ein nicht genanntes Land zurückgekehrt.

Alle engen Kontaktpersonen seien identifiziert und leitliniengerecht nachbeobachtet worden, zitiert die International Society for Infectious Diseases einen Sprecher des Gesundheitsdienstes von Lothian (Großraum Edinburgh). Das Risiko einer Weiterverbreitung sei gering, weil 98 Prozent der Kinder in dieser Region geimpft seien.

Der National Health Service im Vereinigten Königreich (UK) weist aber auf die Bedeutung von Reise-Impfschutz hin. Diphtherie-Risiken gebe es vor allem noch in Osteuropa (Ukraine), Asien, im Mittleren Osten, in der Karibik und im Südpazifik. Vor Abreise in Endemieländer sollte der Impfschutz überprüft und, wenn die letzte Impfung länger als zehn Jahre zurückliegt, aufgefrischt werden.

27 Fälle in Deutschland im Jahr 2018

Das gilt auch für Deutschland, betont das Robert Koch-Institut in seinem Ärzte-Ratgeber Diphtherie. Nach RKI-Angaben wurden 2018 in Deutschland 27 Diphtherie-Fälle registriert und damit fast dreimal so viele wie im Jahr davor, als es 10 waren (siehe nachfolgende Grafik).

Der Anstieg sei vor allem auf Fälle von Hautdiphtherie mit Corynebacterium ulcerans (und nicht C. diphtheriae) zurückzuführen. Ein Teil der Erkrankungen sei aus Somalia, Tunesien, Ghana, Indien, Myanmar und den Philippinen eingeschleppt worden.

Noch in den 1940er Jahren gehörte Diphtherie in Deutschland zu den häufigsten Todesursachen bei Kindern. Hohe Impfraten haben seither die Krankheit bis auf wenige Fälle zurückgedrängt. Von den Kindern sind heute über 95 Prozent geschützt. Allerdings habe nur etwa jeder zweite Erwachsene die nach zehn Jahren nötige Auffrischimpfung erhalten, so das RKI.

Wichtig ist auch die antibiotische postexpositionelle Prophylaxe, und zwar bei Kontaktpersonen von Betroffenen im gemeinsamen Haushalt oder in Internaten, Wohnheimen und Kasernen. (eis)

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