Infektiologe

"Ebola-Impfung wird sehr teuer"

Die Hoffnungen auf einen Impfstoff gegen Ebola sind groß. Erste Freiwilligentests laufen an. Experten rechnen damit, dass ab 2015 mit den Impfungen begonnen werden kann. Aber die werden teuer.

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Derzeit werden mehrere Studien zu Ebola-Impfstoffen vorgenommen.

Derzeit werden mehrere Studien zu Ebola-Impfstoffen vorgenommen.

© Alex Duval Smith/dpa

DÜSSELDORF. Die internationale Gemeinschaft muss mit hohen Kosten für die Impfungen gegen Ebola rechnen. "Eine Impfung wird sicher über 100 Euro kosten", sagte der Chef der Klinik für Infektiologie und Tropenmedizin Leipzig, Professor Bernhard R. Ruf, am Mittwoch bei einem Gesundheitskongress auf der Medizinmesse Medica in Düsseldorf.

In Afrika, wo geimpft werden müsse, könnten sich die Menschen solche Summen nicht leisten. "Da sind die Weltgesundheitsorganisation WHO und die Industrie gefragt."

Forscher in Deutschland erproben derzeit einen Ebola-Impfstoff an Menschen. Er soll nach Angaben des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) in den nächsten sechs Monaten an zunächst 30 Freiwilligen getestet werden.

Der Weg des Ebola-Virus in Westafrika

Die Ebola-Epidemie in Westafrika sorgt für Tausende infizierte Menschen - und Tausende Tote. Der Ausbruch geht auf ein zweijähriges Mädchen zurück. Zur Chronologie des Ausbruchs.

Der von der WHO zur Verfügung gestellte Wirkstoff bestehe aus einem ungefährlichen Trägervirus, in den ein kleiner Baustein aus dem Ebola-Virus eingebaut sei. Ein Infektionsrisiko für die Probanden bestehe nicht.

Im Falle erfolgreicher Tests könnte der Impfstoff nach Angaben des UKE etwa ab Herbst 2015 eingesetzt werden.

Impfstart im Frühjahr?

Ruf hält es für möglich, dass die Ebola-Impfung sogar schon vom kommenden Frühjahr an zum Einsatz kommen könnte. Die Frage sei aber, wie viel Impfstoff es dann gebe.

Alle neuen Impfstoffe seien von der Produktion und Forschung her sehr teuer. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Ebola-Impfung "rasch funktionieren" werde. "Ebola ist eine klassische Virusinfektion", sagte Ruf.

Beim Ebola-Virus gebe es bisher nur wenige Subtypen - etwa fünf an der Zahl. Es gebe auch keine Medikamentenresistenz.

Noch in dieser Woche wollen auch Wissenschaftler der Uniklinik Tübingen im zentralafrikanischen Gabun beginnen, den Impfstoff an Freiwilligen zu testen. Weitere Studien laufen in den USA und sollen auch in der Schweiz starten.

Solange es aber keine Impfung gebe, "ist Hygiene das A und O", sagte der Tropenmediziner Ruf. Als Beispiel für einen erfolgreichen Kampf gegen Ebola nannte er Nigeria, das inzwischen von der WHO offiziell für Ebola-frei erklärt wurde.

Dies liege unter anderem auch daran, dass das ganze Land mit Hygiene-Aufklärung überzogen worden sei.

Nach WHO-Angaben vom 7. November ist die Zahl der Ebola-Fälle in Westafrika insgesamt auf mehr als 13.000 gestiegen. Etwa 5000 Menschen starben nach offiziellen Zahlen bisher an der Seuche. (dpa)

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