Diabetes mellitus

Veröffentlicht: 22.05.2009, 05:00 Uhr

Eine gesundheitsökonomische Analyse auf Basis der APOLLO-Studie hat es belegt - die basalunterstützte orale Therapie ist zum Einstieg auch unter ökonomischen Gesichtspunkten eine gute Wahl.

Von Peter Overbeck

Um die Blutzuckereinstellung zu verbessern, müssen orale Antidiabetika häufig mit Insulin kombiniert werden. Dabei hat sich die basal-unterstützte orale Therapie (BOT) mit Insulin glargin im Vergleich zur prandialen Insulintherapie als vorteilhaft erwiesen - und zwar auch unter ökonomischem Aspekt.

Einsparung durch BOT beim Insulin-Einstieg

Vor der Injektion

© Foto: Visionärwww.fotolia.de

Zwei mögliche Optionen für den Einstieg in die Insulintherapie bei mit oralen Antidiabetika nicht mehr gut eingestellbaren Typ-2-Diabetikern sind in der APOLLO-Studie auf Wirksamkeit und Sicherheit geprüft worden. Verglichen wurden die einmal tägliche Behandlung mit dem lang wirksamen Basalinsulin Insulin glargin (Lantus®) mit einer prandialen Strategie, bei der dreimal täglich das kurz wirksame Insulinanalogon Lispro zu den drei Hauptmahlzeiten injiziert wurde.

Nach 44-wöchiger Behandlung hatte in beiden Gruppen die Mehrheit der Patienten den angestrebten HbA1c-Zielwert (unter 7 Prozent) erreicht. Deutlich unterschiedlich war allerdings die Häufigkeit von Hypoglykämien: In der Gruppe mit dem BOT-Regime wurden nur 5 Episoden pro Patientenjahr registriert, in der Vergleichsgruppe waren es dagegen 24 Hypoglykämien. Wie zu erwarten, war in der BOT-Gruppe auch die Zahl der Injektionen und Blutzuckerselbstmessungen niedriger. Das schlug sich auch in der Zufriedenheit der Patienten mit der Therapie nieder, die im Falle des BOT-Regimes deutlich höher war.

Auf Basis des Behandlungsplans der APOLLO-Studie ist nachfolgend in einer Wirtschaftlichkeitsanalyse der Ressourcenverbrauch in beiden Gruppen ermittelt und auf ein Jahr hochgerechnet worden. Deren Ergebnisse hat Dr. Franz-Werner Dippel aus Berlin in Leipzig vorgestellt. Ziel war, ein möglichst realistisches Abbild des Versorgungsalltags aus der Perspektive der GKV zu erstellen. Die Kosten für Insulinverbrauch, Nadeln, Teststreifen und Lanzetten wurden berücksichtigt.

Der wirtschaftliche Vergleich fiel klar zu Gunsten des BOT-Regimes aus. Zwar fielen bei dieser Behandlung höhere Bezugskosten für das Insulin an, die aber durch niedrigere Kosten für Verbrauchsmaterialien mehr als ausgeglichen wurde. Bei den Gesamtbehandlungskosten schlugen in der Glargin-Gruppe im Vergleich zur alternativen Strategie im ersten Behandlungsjahr Einsparungen in Höhe von 722 Euro pro Patient zu Buche.

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