Entwöhnung - in Gruppen oder einzeln

NEU-ISENBURG(ars). Jeden neuen Patienten fragen, ob er raucht, sonst Vorsorge-Checks dafür nutzen - das können sich von Prävention überzeugte Kollegen zur Aufgabe machen.

Veröffentlicht:

Wer sich als Raucher outet, dem schlägt Dr. Udo Böhm aus Unterwössen zunächst den Fagerström-Test vor. Damit lässt sich die körperliche und psychische Abhängigkeit bestimmen sowie der Erfolg einer Rauchentwöhnung abschätzen. Eher schlecht stehen die Chancen bei Rauchern, die sich schon früh morgens die erste Zigarette anzünden, einen hohen Konsum haben und mit anderen Abhängigen zusammenleben. Sie sinken ferner mit dem Alter und dem Grad der Depressivität.

Aufhörwilligen Patienten bietet Böhm Ergometrie, Lungenfunktionsprüfung und Messung von Kohlenmonoxid in der Atemluft an, dann je nach Zeit und Typ Einzel- oder Gruppenkurse. "In Gruppen ist das Verhältnis von Aufwand und Erfolg am besten", so Böhm zur "Ärzte Zeitung". Dabei nutzt er das Konzept nach Professor Heinz-Dieter Basler: wöchentliche Treffen über drei bis vier Monate. Kern ist ein Verhaltenstraining, das den Patienten etwa klarmacht, warum sie rauchen, welche Alternativen und Belohnungsmöglichkeiten es gibt, wie sie mit Rückfällen umgehen, welche Versuchungssituationen es gibt, welche Tagesrituale sie ändern müssen und wie sie mit Entzugssymptomen wie Nervosität und Reizbarkeit umgehen können.

Dagegen favorisiert Dr. Thomas Hering aus Berlin die Einzelberatung: Sie sei in jeder Praxis machbar, ohne dass man genügend Teilnehmer für Gruppen zusammensuchen müsse, so der Pneumologe. Entscheiden sich Patienten für medikamentöse Unterstützung, etwa ein Mittel, das die Entzugssymptome und das Verlangen nach Nikotin abschwächt, kann Hering auf ein Begleitprogramm zurückgreifen. Nach Therapieende schlägt er weitere Termine vor, um den Motivationsdruck zu erhöhen.

Kurse für Ärzte zur Raucherbetreuung

Die Bundesärztekammer bietet ein Curriculum (www.baek.de), das Deutsche Krebsforschungszentrum eine sechsstündige Schulung (www.tabakkontrolle.de), das Institut für Therapieforschung eine viertägige (www.ift-gesundheit.de). Weitere Adressen: das Institut für Raucherentwöhnung (www.rauchfreiwerden.de) oder die Uni Tübingen (www.wit.uni-tuebingen.de). (ars)

Lesen Sie dazu auch: Schockbilder zum Welt-Nichtrauchertag Immer mehr Raucherinnen sterben an Lungenkrebs

Nur für Fachkreise: Diagnostik, Kurse und Gespräche

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Urteil zur Substitutionsbehandlung

Methadon-Praxis darf nicht beliebig erweitert werden

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Welche Rolle spielt Zink?

© Tondone | AdobeStock

Immunsystem unterstützen:

Welche Rolle spielt Zink?

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Impf- und Zinkstatus im Blick

© Wörwag Pharma | KI-generiert

Bei Risikogruppen:

Impf- und Zinkstatus im Blick

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

© artemidovna | AdobeStock

Ernährungsfallen:

Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Wirksamkeit in der klinischen Praxis von Brivaracetam über 12 Monate (alle Formen fokaler Anfälle)d

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Zusatzbehandlung fokaler Epilepsien

Effektivere Anfallskontrolle in der Kombinationstherapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: UCB Pharma GmbH, Monheim
MRT-Bildgebung und Monitoring

© wedmoments.stock / stock.adobe.com

Plexiforme Neurofibrome bei Neurofibromatose Typ 1

MRT-Bildgebung und Monitoring

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Datenschutz im Praxisalltag

ePA 2026: Schutzlücken bleiben – wie sie im Alltag umschifft werden können

Kollegialer Rat

Empfehlungen für das Überbringen schlechter Nachrichten

Lesetipps
Eine junge Person hält die hand einer älteren Person in der Hand.

© openlens / Stock.Adobe.com

„Unser ältester Patient ist 86!“

Erwachsen mit Mukoviszidose: Versorgung muss sich anpassen