Schockbilder zum Welt-Nichtrauchertag

Schockbilder auf Zigarettenschachteln sollen Raucher zum Nachdenken anregen und zum Rauchstopp beitragen. Das Aktionsbündnis Nichtrauchen hat zum Welt-Nichtrauchertag am 31. Mai solche Motive vorgestellt. Der Tag steht dieses Jahr unter dem Motto "Ein Bild sagt mehr als tausend Worte".

Von Michael Hubert Veröffentlicht:

Abschreckende Bilder auf Zigarettenpackungen sollen ein Baustein sein, Raucher zum Rauchstopp oder zur Reduktion ihres Tabakkonsums zu bewegen. Dass das klappen kann, hat eine Studie mit 15 000 Rauchern ergeben. 80 Prozent der Teilnehmer gaben an, dass abschreckende Bilder sie zum Nachdenken über ihr Rauchverhalten angeregt hätten. "Besonders wirksam sind Bilder von echten Krebsgeschwüren", sagte Luk Joossens, Experte für Tabakkontrolle aus Brüssel, bei einer Veranstaltung des Aktionsbündnisses Nichtrauchen in Berlin.

In 24 Ländern, darunter Australien, Belgien, Kanada und Brasilien, sei festgestellt worden, dass die schockierenden Bilder einen tiefen Eindruck hinterlassen - besonders bei jungen Menschen. In diesen Ländern reduzierten Raucher ihren Tabakkonsum.

"Bildliche Warnhinweise sind essenzieller Bestandteil einer erfolgreichen Tabakkontrolle. Seit 2003 empfehlen die WHO und die EU diese einfach umzusetzende und effektive Art der gesundheitlichen Aufklärung", so Joossens. Das Aktionsbündnis warf deutschen Politikern vor, die Umsetzung zu verzögern. "Im europäischen und internationalen Vergleich hinkt Deutschlands Tabakkontrollpolitik immer noch hinterher", sagte Dr. Uwe Prümel-Philippsen vom Aktionsbündnis Nichtrauchen. Deutliches Zeichen dafür sei der Flickenteppich beim Nichtraucherschutz in der Gastronomie.

In Deutschland rauchen etwa 20 Millionen Menschen. Tabak ist für ein Drittel aller Krebserkrankungen verantwortlich. Durch Tabak sterben in Deutschland jährlich 140 000 Menschen. "Wir wollen die Raucherquote nachhaltig senken und fordern jeden Bürger auf, sich zu beteiligen", sagte Professor Dagmar Schipanksi. Die Präsidentin der Deutschen Krebshilfe hatte auch Positives zu berichten: Die Raucherquote bei 12- bis 17-Jährigen ist in Deutschland innerhalb von acht Jahren von 28 Prozent auf 16 Prozent gesunken.

Die Bedeutung von Rauchverboten macht eine Studie aus den USA mit fast 4000 Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren deutlich: Vier Jahre nach Studienbeginn waren 9,3 Prozent der Teilnehmer Raucher geworden (Arch Ped Adol Med 162, 2008, 477). In Städten mit strengen Rauchverboten in Gaststätten war die Wahrscheinlichkeit, Raucher zu werden, jedoch 40 Prozent geringer als in Orten ohne Verbote. Auch von den Jugendlichen, die mit dem Konsum von Zigaretten experimentierten, wurden weniger zu Rauchern. Im Vergleich zu Städten ohne Nichtraucherschutz-Gesetze waren es sogar 50 Prozent weniger.

www.weltnichtrauchertag.de

Lesen Sie auch: Rauchverbote sind sehr wirksam gegen Herzinfarkt Nein zum Feinstaub aus Zigaretten! Starke Raucher verlieren zehn Jahre Rauchen aufgeben - das nutzt schnell der Gesundheit Weniger Raucher durch Rauchverbote Passivrauchen war noch nie freiwillig

Lesen Sie dazu auch: Entwöhnung - in Gruppen oder einzeln Immer mehr Raucherinnen sterben an Lungenkrebs

Nur für Fachkreise: Diagnostik, Kurse und Gespräche

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Nichtkleinzelliges Lungenkarzinom

NSCLC: Chemoimmuntherapie besser morgens verabreichen?

* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Vergleich der Kreise

Wo sich besonders wenige Senioren gegen Pneumokokken impfen lassen

„Sprechende Medizin“ beim Bayerischen Rundfunk

Hausarzt Schelling klärt im Radio über wichtige Gesundheitsthemen auf

Cochrane Review zu Ginkgo biloba

Ginkgo biloba: Kein Nutzen bei MCI, geringe Effekte auf Demenz

Lesetipps
Menschen im Park machen Qigong-Übungen

© zinkevych / Stock.adobe.com

Nutzen durch randomisierte Studie belegt

Qigong-Übungen senken erhöhten Blutdruck

Tablette, auf der GLP-1 steht

© THIBNH / Generated with AI / Stock.adobe.com

Neuer GLP-1-Rezeptoragonist

Orforglipron: Bekommt Semaglutid jetzt Konkurrenz?