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Ad5-nCoV

Erfolg mit Impfstoffkandidat in Phase-I

Mit Ad5-nCoV zeigt ein weiterer Phase-I-Impfstoffkandidat gegen das neue Coronavirus erste Erfolge. Allerdings gibt es auch Limitierungen.

Anne BäurleVon Anne Bäurle Veröffentlicht:
Weltweit wird an mehr als 100 Impfstoffkandidaten gegen COVID-19 geforscht.

Weltweit wird an mehr als 100 Impfstoffkandidaten gegen COVID-19 geforscht.

© Leigh Prather / stock.adobe.com

Neu-Isenburg. Die Impfstoffentwicklung gegen COVID-19 nimmt Fahrt auf: Von einem zweiten Phase-I-Impfstoffkandidaten gibt es erste positive Daten. Die vektorbasierte Vakzine „Ad5-nCoV“, die vom chinesischen Unternehmen CanSino entwickelt wird, habe sich in den ersten klinischen Untersuchungen als sicher und immunogen erwiesen, berichten Wissenschaftler um Professor Feng-Cai Zhu vom Jiangsu Provincial Center for Disease Control and Prevention (Lancet 2020; online 22. Mai). In der vergangenen Woche hatte auch der Impfstoffhersteller Moderna positive Daten für den Phase-I-Impfstoffkandidaten „mRNA-1273“ gemeldet.

Der Impfstoffkandidat Ad5-nCoV war insgesamt 108 Studienteilnehmern im Alter zwischen 18 und 60 Jahren einmalig intramuskulär verabreicht worden, und zwar entweder in geringer (n=36), mittlerer (n=36) oder hoher (n=36) Dosis. Innerhalb von 14 Tagen war in allen drei Gruppen eine schnelle T-Zell-Antwort und beginnende Antikörperproduktion nachzuweisen.

Milde bis moderate unerwünschte Wirkungen

An Tag 28 nach Impfung erreichte der Antikörper-Titer in allen drei Versuchsgruppen einen Peak, wobei dieser in der Gruppe mit der höchsten Impfdosis auch am höchsten ausfiel. Der Anteil der positiven Responder lag zwischen 83 und 97 Prozent.

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Milde oder moderate unerwünschte Wirkungen traten in allen Impfgruppen auf, am häufigsten waren Schmerzen an der Injektionsstelle (54 Prozent), Fieber (46 Prozent), Fatigue (44 Prozent) und Kopfschmerzen (42 Prozent). Wie aufgrund der hohen Immunogenität zu erwarten, war die höchste Impfdosis auch sehr reaktogen und unerwünschte Wirkungen dementsprechend häufiger. Im Untersuchungszeitraum von 28 Tagen nach Impfung traten keine schweren Nebenwirkungen auf.

Geringere Immunantwort bei Älteren

Allerdings gibt es bei dem Impfstoffkandidaten ein grundsätzliches Problem: Bei dem eingesetzten Vektor handelt es sich um eine abgeschwächte Form des Erkältungsvirus Ad5 – und das zirkuliert in der Bevölkerung. So waren auch in der Studie mit dem Impfstoffkandidaten Ad5-nCoV bei etwa der Hälfte der Teilnehmer bereits zu Studienbeginn Antikörper gegen Ad5 nachweisbar. Das hatte Auswirkung auf die Wirksamkeit der Impfung: Bei Teilnehmern mit hohem Ad5-Antikörperspiegel zu Studienbeginn fiel die Immunantwort gegen den Impfstoffkandidaten geringer aus.

Zudem konnte der Kandidat gerade bei Älteren (in der Altersgruppe 45-60 Jahre), die von der Corona-Pandemie ja besonders betroffen sind, nur eine geringere Antikörperproduktion auslösen.

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Diese beiden Tatsachen könnten den Nutzen der Impfung einschränken, die Ergebnisse sind nichtsdestotrotz ermutigend, da ein Impfstoff dringend benötigt wird. Andere Impfstoffkandidaten versuchen das Problem zu umgehen, indem sie einen anderen Impfvektor als Ad5 verwenden – oder indem ganz neue Technologien eingesetzt werden. So basiert der Impfstoffkandidat des US-Unternehmens Moderna etwa auf mRNA, die direkt verimpft wird und keinen Vektor benötigt.

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