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Rheumatologie

Feuerwerk an Innovationen hält an

Die Ära der Immuntherapien in der Rheumatologie geht mit zwei neuen Zulassungen und mehreren völlig neuen Wirkmechanismen in die nächste Runde.

Philipp Grätzel von GrätzVon Philipp Grätzel von Grätz Veröffentlicht:

WIESBADEN. In den nächsten Tagen bis Wochen dürfte sich in Europa das Spektrum der rheumatologischen Arzneimitteltherapie an zwei wichtigen Punkten erweitern, sagte Professor Gerd Burmester von der Charité Berlin.

Die European Medicines Agency (EMA) hat nämlich zwei "positive opinions" abgegeben, der letzte Schritt vor einer offiziellen Zulassung. Die eine betrifft den IL-1-beta-Antikörper Canakinumab.

Er betritt jetzt aller Wahrscheinlichkeit nach bei der Gicht die Arena. Das sei vor allem für Patienten mit therapieresistenter Gicht eine sehr gute Nachricht, so Burmester.

Die zweite Positivempfehlung betrifft einen alten Bekannten, den Anti-CD20-Antikörper Rituximab. Er dürfte jetzt auch offiziell für Patienten mit ANCA-assoziierten Vaskulitiden zugelassen werden.

Es gibt außerdem einige völlig neue Therapieansätze, die viele Rheumatologen mit großer Spannung verfolgen. Seitens der Biologika bringt sich der in Deutschland entwickelte Antikörper Mavrilimumab in Stellung.

"Er richtet sich gegen den Wachstumsfaktor GM-CSF und hat sich in einer ersten klinischen Studie bei Rheumatoider Arthritis als sehr wirksam erwiesen", so Burmester.

20 Small Molecules in Studien

Eine erhebliche Dynamik zeigt sich auch bei den "small molecules", also kleinen Hemmstoffen von Proteinkinasen. Sie dürften zur nächsten großen Welle in der Rheumatologie werden.

"Small molecules sind einfacher herstellbar als Biologika und können oft als Tablette eingenommen werden", fasste Professor Ulf Müller-Ladner von der Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim die Vorteile zusammen.

Als wegweisend gilt der Januskinase-Hemmer Tofacitinib, der in den USA und Japan schon für die RA zugelassen ist. Die EMA arbeitet noch daran. Mittlerweile gebe es 4-JahresDaten mit gutem Wirksamkeits- und Sicherheitsprofil, so Müller-Ladner.

Auch bei Patienten, die mit TNFalfa-Blockern vorbehandelt sind, sei das Molekül hoch effektiv.

Jenseits von Tofacitinib tut sich ein weites Feld auf: Rund 20 andere "small molecules" sind derzeit bei unterschiedlichen rheumatologischen Indikationen in klinischen Studien.

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