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Hat das "böse" Cholesterin auch gute Seiten?

Das "böse" Cholesterin hat möglicherweise auch seine guten Seiten. Erhöhte LDL-Cholesterinspiegel sind nach Beobachtungen von US-Forschern nämlich mit einem niedrigeren Risiko für das Auftreten von Vorhofflimmern assoziiert.

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Arbeiten am LDL: Hat es auch gute Seiten?

Arbeiten am LDL: Hat es auch gute Seiten?

© Albix / fotolia.com

MINNEAPOLIS (ob). Viel LDL-Cholesterin im Blut birgt bekanntlich Gefahren für Herz und Gefäße. Eine Senkung erhöhter Cholesterinspiegel beugt Herzinfarkten und Schlaganfällen vor, wie Ergebnisse vieler klinischer Studien mittlerweile übereinstimmend belegen.

Haben das Serumcholesterin und dessen Reduktion auch Einfluss auf das Risiko von Vorhofflimmern? Unter dieser Fragestellung haben US-Forscher um Dr. Faye L. Lopez aus Minneapolis die Daten von knapp 14 000 Teilnehmern der Beobachtungsstudie ARIC (Atherosclerosis Risk in Communities) analysiert (Circ Arrhythm Electrophysiol 2012, online).

Alle hatten bei der Eingangsuntersuchung zu Studienbeginn (1987- 1989) kein Vorhofflimmern. Im Zeitraum der Nachbeobachtung, die sich über knapp 19 Jahre erstreckte, entwickelten dann 1433 Personen diese häufige atriale Herzrhythmusstörung.

Ein hoher Cholesterinspiegel stellte sich allerdings nicht als prädiktiv für die Entwicklung von Vorhofflimmern heraus. Im Gegenteil.

Geringeres Arrhythmie-Risiko

Patienten, deren LDL-Cholesterinwerte initial im Bereich zwischen 100 und 159 mg/dl lagen, hatte im Vergleich zu Personen mit LDL-Werten unter 100 mg/dl ein relativ um 16 Prozent niedriges Arrhythmie-Risiko.

LDL-Werte über 150 mg/dl waren mit einem um 15 Prozent niedrigeren Risiko assoziiert. Für das Gesamtcholesterin ergab sich ebenfalls eine inverse Assoziation mit der Inzidenz von Vorhofflimmern. Die Assoziation war bei älteren Studienteilnehmern stärker ausgeprägt.

Triglyzeride und HDL-Cholesterin zeigten dagegen keinen Zusammenhang mit Vorhofflimmern. Und auch im Hinblick auf die medikamentöse Therapie mit Lipidsenkern (überwiegend Statine) war keine Assoziation zu beobachten.

Eine plausible Erklärung für die inverse Assoziation haben die Autoren nicht. Sie ziehen in Betracht, dass eine subklinische Hyperthyreose, die sowohl das Cholesterin senken als auch Vorhofflimmern begünstigen kann, das Bindeglied bilden könnte.

Da allerdings keine Daten zu Schilddrüsen-Status der Studienteilnehmer verfügbar waren, handelt es sich dabei um reine Spekulation.

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