Arthrose

Hyaluronsäure schmiert Gelenke und reduziert Schmerzen

FRANKFURT AM MAIN (djb). In der Arthrosetherapie ist die Injektion von Hyaluronsäure in den Gelenkspalt von Knie oder Hüfte eine mögliche Alternative zur medikamentösen Schmerztherapie oder endoprothetischen Versorgung. Darauf hat Professor Jörg Jerosch aus Neuss hingewiesen.

Veröffentlicht: 12.04.2006, 08:00 Uhr

Chondroprotektiva wie Hyaluronsäure erhöhten die Makromolekülsynthese in den Chrondrozyten und reduzieren degenerativ wirkende Proteasen, entzündliche Prozesse und die Gelenkschmerzen. Das erläuterte Jerosch bei einer von Genzyme ausgerichteten Veranstaltung. Die in arthrotischen Gelenken verminderte Synovialflüssigkeit wird substituiert und der Knorpel vor weiterem Abrieb geschützt.

In einer Cochrane-Begutachtung ("The Cochrane Library" 2, 2005) wurden verschiedene Hyaluronsäure-Produkte bewertet. Daten aus 64 prospektiven kontrollierten Studien bestätigten die praktische Erfahrung, daß die Therapie mit Hyaluronsäure Placebo eindeutig überlegen ist.

Hyaluronsäure verbessert ähnlich gut wie eine NSAR-Dauertherapie die Schmerzen und Gelenkfunktionen, faßte Jerosch zusammen. In den meisten Studien hätte dabei die Hyaluronsäure Hylan G-F 20 (Synvisc®) ausgeprägtere positive Effekte als andere Hyaluronprodukte aufgewiesen. Unterschiede in der Wirksamkeit einzelner Präparate ließen sich durch Unterschiede im Molekulargewicht erklären.

In einer anderen Studie konnten zwei Präparate mit niedrigem Molekulargewicht (500 bis 730 Kilodalton (kDa) und 1300 kDa die Aktivität der nozizeptiven Afferenzen (schmerzleitende Nervenfasern, die aus Gewebe zum Rückenmark führen) im Vergleich zu Placebo nicht verändern.

Unter Hylan G-F 20 mit dem hohen Molekulargewicht von 6000 kDa waren die afferenten Impulse 60 und 100 Minuten nach der Injektion dagegen signifikant reduziert. Hylan G-F 20 verweilt besonders lange im Gelenkspalt. Mit nur drei Injektionen könne man eine Wirksamkeit von bis zu zwölf Monaten erreichen, so Jerosch.

Zwar reduziert eine intraartikuläre Kortikoidinjektion (einmal 40 mg) zunächst stärker die Schmerzen, Hylan G-F 20 erzielt jedoch einen überlegenen Langzeiteffekt, ergab eine vergleichende Untersuchung bei 113 Patienten mit moderater Gonarthrose. Ab der zwölften Woche nach Injektion zeigten sich deutliche Vorteile für das Hyaluronsäure-Präparat etwa im WOMAC-Test (Western Ontario McMasters OsteoArthritis-Index), mit dem Schmerz und Gelenkfunktion beurteilt werden.

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