Kommentar – Angina pectoris vs. NSTEMI

Instabile Angina ist nicht ohne

Von Robert Bublak Veröffentlicht: 14.05.2019, 16:52 Uhr

Die Ergebnisse einer Studie zu Inzidenz und Folgen von instabiler Angina pectoris und Infarkten ohne ST-Stecken-Hebung (NSTEMI) lassen erst einmal staunen.

Demnach haben Patienten mit instabiler Angina ein relativ geringes Risiko, im ersten Jahr danach zu sterben – jedenfalls verglichen mit NSTEMI-Patienten. Die Autoren glauben sogar, davor warnen zu müssen, instabile Angina als benigne Erkrankung anzusehen.

Nun werden wenige Ärzte und erst recht keine Betroffenen instabile Angina pectoris für gutartig halten. Wie wenig benigne sie ist, zeigt schon der Blick auf die Folgerate nichttödlicher Infarkte: Einer von neun Patienten mit instabiler Angina erleidet binnen eines Jahres einen solchen Infarkt, ein Unterschied zur Gruppe mit NSTEMI besteht hier nicht. Die geringe Mortalität ist daher womöglich vor allem der gründlichen Therapie geschuldet.

Zunächst gilt es aber, bei Verdacht auf akutes Koronarsyndrom kardiale und nichtkardiale Ursachen zu unterscheiden. Letztere wurden in der Studie bei rund drei Viertel aller Patienten diagnostiziert.

Wie wichtig es ist, kardiale Beschwerden nicht zu verkennen, zeigt ein weiteres Resultat: Nach instabiler Angina sind Folgeinfarkte rund 18-mal so häufig wie nach Brustschmerzen ohne kardiale Ursache.

Lesen Sie dazu auch: Instabile Angina ist deutlich seltener als NSTEMI

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