Direkt zum Inhaltsbereich

Krankheiten mit Enzymmangel auf der Spur

MÜNCHEN (kat). Bei Kindern mit Hepatosplenomegalie, Kardiomyopathie, Deformitäten des Skeletts oder mit mentaler Retardierung nach anfänglich normaler Entwicklung ist eine lysosomale Speicherkrankheit abzuklären. Gerade die Beteiligung mehrerer Organsysteme ist dafür charakteristisch.

Veröffentlicht:

Es gibt etwa 50 dieser angeborenen Stoffwechselkrankheiten. Sie werden anhand des Substrates klassifiziert. Aufgrund der allmählichen, durch den Enzymmangel bedingten Akkumulation von Stoffwechselprodukten kommt es zu chronisch progredienten Funktionsstörungen der Organe. Dies gilt es durch rechtzeitige Diagnosestellung und anschließende Enzymersatztherapie oder Substratregulationstherapie zu verhindern, wie Dr. Eugen Mengel aus Mainz beim Kinderärztekongress in München berichtet hat.

Als Hilfe für die Differenzialdiagnose lysosomaler Speicherkrankheiten gab er vier Schlüsselfragen mit auf den Weg:

  • Was ist der Leitbefund (etwa Hornhauttrübung, muskuloskeletale Symptome, Makrozephalus, Hepatosplenomegalie)?
  • Gibt es weitere Organbeteiligungen?
  • Gibt es neurologische Symptome und Befunde am Bewegungsapparat?
  • Passt das Alter in das Gesamtbild?

Dann solle mit einem Experten geklärt werden, ob ein Screeningverfahren zur Verfügung steht und wie die Laborprobe korrekt genommen wird, so Mengel bei einem von Actelion unterstützten Symposium. Inzwischen gibt es außer symptomatischen Therapieansätzen für einige der lysosomalen Speicherkrankheiten Präparate mit gentechnisch hergestellten Enzymen. So kann der Defekt ausgeglichen werden.

Neurologische Symptome werden jedoch nicht beeinflusst, da die Enzyme die Bluthirnschranke nicht passieren können. In Fällen mit neurologischen Symptomen, etwa bei Morbus Gaucher oder Niemann-Pick Typ C, ist die Substratregulationstherapie mit Miglustat (Zavesca®) besser geeignet.

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Phänotyp entscheidend

Unkontrolliertes Asthma: Welches Biologikum beim Kind?

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Vorteile von Vamorolon

© Santhera Pharmaceuticals (Deutschland) GmbH, modifiziert nach [3−5, 6]

Duchenne-Muskeldystrophie (DMD)

Neue Perspektiven für die Versorgung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Santhera Pharmaceuticals (Deutschland) GmbH, München
Abb. 1: Verlauf des Rett-Syndroms

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Rett-Syndrom

Diagnose und Verlauf einer herausfordernden Erkrankung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Acadia Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb. 1: Typische Körperumrisse bei Achondroplasie

© BioMarin

Achondroplasie

Gezielte Therapie: erste Lebensjahre sind entscheidend

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioMarin Deutschland GmbH, Frankfurt am Main
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Vier Ursachen im Überblick

Häufiges Aufstoßen: Woher es kommen kann und wie therapiert wird

Lesetipps