Früherkennung

Krebshilfe fordert Lungenkrebs-Screening für starke Raucher als Kassenleistung

Vor allem ärmere Menschen rauchen zu viel. Doch genau jene können sich die Lungenkrebs-Früherkennung im CT nicht leisten, solange sie Selbstzahlerleistung ist. Die Deutsche Krebshilfe will das ändern.

Veröffentlicht:
Den Krebs erkennen, bevor überhaupt Krankheitssymptome auftreten und damit die Krebssterblichkeit senken – das ist das Ziel von Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung, die seit dem 1. Juli möglich sind.

Den Krebs erkennen, bevor überhaupt Krankheitssymptome auftreten und damit die Krebssterblichkeit senken – das ist das Ziel von Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung, die seit dem 1. Juli möglich sind.

© oksanazahray / stock.adobe.com

Bonn. Die seit 1. Juli bestehende Möglichkeit auf eine computertomographische Untersuchung ihrer Lunge auch ohne vorliegende Symptome für starke Raucher im Alter von 50 bis 75 Jahren hat bislang einen Haken: Die Kosten für diese Früherkennungsuntersuchung müssen Teilnehmende vorerst selbst tragen.

Die Deutsche Krebshilfe forderte daher am Montag, die Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen. Nur so könne garantiert werden, dass nicht nur Menschen aus sozial höheren Schichten davon profitierten, so deren Vorstandsvorsitzender Gerd Nettekoven. Denn vor allem ärmere und weniger gebildete Personen rauchten viel, jedoch insbesondere diese Menschen könnten sich die Untersuchung nicht leisten.

G-BA prüft auf Eignung als Kassenleistung

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat ab Juli 18 Monate Zeit, um darüber zu beraten, ob das Screening als Kassenleistung eingeführt wird. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz hatte die jetzt in Kraft getretene Verordnung, nach der diese Untersuchung strahlenschutzrechtlich zulässig ist, bereits im Mai erlassen.

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hatte in einer Metaanalyse zuvor befunden, ein Niedrigdosis-CT-Screening könne 5 von 1.000 ehemals starken Raucherinnen und Rauchern innerhalb von etwa zehn Jahren davor bewahren, an Lungenkrebs zu sterben. (bar)

Mehr zum Thema

Europäische Gesundheitspolitik

Christdemokraten stecken Gesundheits-Kurs für die EU ab

Krebsscreenings

US-Veteranen-Daten sprechen für Lungenkrebsscreening – oder?

Das könnte Sie auch interessieren
Wie patientenzentriert ist unser Gesundheitssystem?

© Janssen-Cilag GmbH

Video

Wie patientenzentriert ist unser Gesundheitssystem?

Kooperation | In Kooperation mit: Janssen-Cilag GmbH
Höhen- oder Sturzflug?

© oatawa / stock.adobe.com

Zukunft Gesundheitswesen

Höhen- oder Sturzflug?

Kooperation | In Kooperation mit: Janssen-Cilag GmbH
Patientenzentrierte Versorgung dank ePA & Co?

© MQ-Illustrations / stock.adobe.com

Digitalisierung

Patientenzentrierte Versorgung dank ePA & Co?

Kooperation | In Kooperation mit: Janssen-Cilag GmbH
Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
„Grundsätzlich begrüßenswert“: KBV-Vorstände Dr. Andreas Gassen, Dr. Stephan Hofmeister und Dr. Sibylle Steiner zu den angedachten neuen Regeln für Chronikerprogramme.

© Jürgen Heinrich / SZ Photo / picture alliance / Michael Kappeler / dpa / picture alliance / Die Hoffotografen

Teil des „Gesundes-Herz-Gesetz“

KBV begrüßt geplante neue Spielregeln für Chronikerprogramme

Darstellung eines digitalen Inhalers

© ReotPixel / stock.adobe.com

Elektronische Devices

Asthma/COPD: Tuning für die Therapie mit Inhalatoren